Pressemitteilung – Festivalstudie 2025: Vielfalt in Gefahr – LiveKomm fordert entschlossenes Handeln
Hamburg, den 10. September 2025 – Zum ersten Mal liegt mit der neuen Festivalstudie Deutschland eine systematische Bestandsaufnahme der Musikfestivallandschaft vor. Sie wurde auf Grundlage einer bundesweiten Vollerhebung unter 1.764 Veranstaltenden durchgeführt – 639 Rückmeldungen liefern eine valide und repräsentative Datengrundlage.
„Endlich haben wir belastbare Zahlen zur Situation der Festivals in Deutschland“, betont Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm), der Bundesverband der Musikspielstätten. „Die Ergebnisse zeigen eindrücklich, wie vielfältig und relevant Festivals für Kultur, Gesellschaft und Regionen sind – gleichzeitig aber auch, wie groß die Gefahren für ihre Zukunft sind.“
Die Ergebnisse der Studie sind ambivalent: Einerseits dokumentiert die Studie die enorme kulturelle Vielfalt und gesellschaftliche Bedeutung der Festivals in Deutschland. Andererseits macht sie deutlich, dass viele Veranstaltende unter existenziellen wirtschaftlichen Zwängen stehen.
Bedrohlicher Trend
Nahezu ein Drittel der Festivals schreibt Verluste, jedes zehnte Pop-Festival ist in seiner Durchführung akut gefährdet. Steigende Kosten, unvorhersehbare Ticketverkäufe und eine wachsende Marktkonzentration drohen gerade kleine und mittlere Formate dauerhaft vom Markt zu verdrängen.
Ehrenamt als Fundament – politische Absicherung erforderlich
Trotzdem tragen Festivals entscheidend zum kulturellen Reichtum Deutschlands bei: Sie vereinen Genres, schaffen Plattformen für Nachwuchs und vernetzen lokale Szenen. In vielen, gerade ländlichen Gegenden sind sie zudem Orte gelebter Diversität und demokratischen Miteinanders, insbesondere für junge Menschen. Auffällig: 79 Prozent aller Festivals stützen sich auf ehrenamtliche Arbeit. Ohne diesen Einsatz Freiwilliger wäre die deutsche Festivallandschaft schlicht nicht denkbar.
„Unsere Festivals sind Motor der kulturellen Vielfalt – und zugleich an der Grenze ihrer Belastbarkeit. Die Studie zeigt, wie unverzichtbar das Ehrenamt ist. Aber Engagement allein reicht nicht: Wir brauchen dringend politische Rahmenbedingungen, die Festivals ökonomisch absichern und damit kulturelle Teilhabe für alle ermöglichen“, warnt Mankel Brinkmann, 1. Vorsitzender der LiveKomm.
LiveKomm fordert politische Antworten
Die LiveKomm ruft Bund, Länder und Kommunen auf, die Ergebnisse ernst zu nehmen. Notwendig sind strukturelle Förderinstrumente für Artist-Honorare, Infrastruktur und künstlerische sowie berufliche Nachwuchsarbeit, um das Überleben der kleinen und mittleren Festivals und damit die kulturelle Vielfalt in Deutschland langfristig zu sichern. Insbesondere nötig ist eine Absicherung jener ehrenamtlichen Strukturen, auf denen die deutsche Festivallandschaft fußt. Des Weiteren braucht es schlanke, entbürokratisierte Förderverfahren, die Planungssicherheit für Veranstaltende schaffen.
Zu den Ergebnissen der Studie:
