LiveKomm und TixforGigs stärken mit dem „ClubFuffie“ deutsche Clublandschaft

Die Live Musik Kommission, der Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz LiveKomm) und der Ticketsystemanbieter TixforGigs schließen einen Rahmenvertrag, der es ermöglicht, die deutschen Spielstättennetzwerke zu unterstützen und die Vorverkaufsgebühren zu vermindern.

Mit der Nutzung des Ticketsystems TixforGigs.com fließt somit pro verkaufter Konzertkarte, der so genannte „ClubFuffie“ (0,50€) direkt in die lokalen Netzwerke der LiveKomm. Diese können das Geld zum Aufbau oder Stärkung ihrer internen Strukturen nutzen. Möglich ist das, da der neue Partner TixforGigs.com auf einen großen Teil der üblichen Clearinggebühr verzichtet. Das Konzept hat sich bereits in Hamburg, bei der Hamburger Clubstiftung erfolgreich durchgesetzt. Die Stiftung setzt sich seit 2010 für die Stärkung privater Musikbühnen ein. Dank der Kooperation konnten so im letzten Jahr 8.500€ für Hamburger Clubs gesammelt werden.

Deutschlandweit können nun Konzert- und Clubgänger direkt die lokale und regionale Livemusik-Kultur unterstützen. Zudem kann die Clubszene nun unabhängiger gegenüber den großen Ticket-Konzernen und deren Tarif-Dschungel agieren.

Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender der LiveKomm: „Wir begrüßen die Partnerschaft mit TixforGigs ausdrücklich. Zusammen mit TixforGigs bietet sich nun die Möglichkeit, den steigenden Vorverkaufsgebühren den Kampf anzusagen und den Aufbau der deutschlandweit agierenden Clubnetzwerke voranzutreiben.“

Markus Ohm, TixforGigs: „Wir kommen selbst aus dem Festival- und Veranstaltungsbereich und wissen um die aktuellen Herausforderungen gerade für kleinere, unabhängige Veranstalter. Daher stehen wir voll und ganz hinter der Initiative der LiveKomm. Und weil moralische Unterstützung zwar prima, wirtschaftliche aber besser ist, gibt’s jetzt eben den ClubFuffie.“ 

Pressemitteilung zum Download

DER LIVEKOMM-TIXFORGIGS-DEAL

Bewerbungsverfahren für den Spielstättenprogrammpreis 2014 online

Heute ist das Antragsverfahren zum Spielstättenprogrammpreis 2014 gestartet und die LiveKomm ruft ihre Mitglieder auf, sich zu bewerben. In diesem Jahr wurden die Preisgelder auf 900.000€ erhöht.
Wichtig dabei ist, dass die Musikgenres nicht begrenzt sind und sich jeder Live-Club – also auch Clubs mit anderen Musikstilen als Rock/Pop/Jazz (z.B. Indie/Folk/Singer-Songwriter, Alternative/Metal/Punk, Electronic/Dance/Disco, Soul/Funk/Rn’B/Hip-Hop/WorldMusic, Experimental oder Crossover) und mit eigenkreativen Djs – beim Spielstättenprogrammpreis 2014 bewerben kann.

Die Teilnahmebedingungen findet ihr hier.

Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 2. Juni 2014 um 18 Uhr!!!!!!
Ansprechpartner für die Antragsberatung Spielstättenprogrammpreis ist:
Stefanie Haupenthal
Mo- Fr. 14-18 Uhr
T: +49 (0)30 – 531 475 45 – 2
E-Mail: sppp@initiative-musik.de

Abgabeschluss
Der ausgedruckte, unterschriebene Online-Antrag muss am Montag, dem 2. Juni 2014 bis 18 Uhr in der Geschäftsstelle der Initiative Musik vorliegen.

LiveKomm wird Partner des Spielstättenprogrammpreises 2014

Die Live Musik Kommission, der Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz LiveKomm) wird zusammen mit der Bundeskonferenz Jazz und Initiative Musik offizieller Kooperationspartner des Spielstättenprogrammpreises 2014.

Nachdem im letzten Jahr erstmalig 55 Musikspielstätten sowie Veranstalter für deren Live-Musik Programm ausgezeichnet wurden, geht das Bewerbungsverfahren für den Spielstättenprogrammpreis für Rock Pop und Jazz 2014 in die nächste Runde.
Im Vorfeld wurde mit Vertretern der LiveKomm, des BK Jazz, der Initiative Musik und der Staatsministerin für Kultur und Medien an Veränderungen gearbeitet, um der im letzten Jahr aufkommenden Kritik entgegenzuwirken. So sieht die LiveKomm die Entscheidung positiv, die Preismittel auf 900.000€ zu erhöhen und die Organisationskosten in diesem Jahr zu senken.

Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender der LiveKomm über die Kooperation zwischen der Spielstättenverband, dem BK Jazz und der Initiative Musik: „Die LiveKomm freut sich über die Entscheidung, den Preis weiterzuführen. Dies ist ein wichtiges politisches Signal für mehr Aufmerksamkeit in Richtung der deutschen Clubkultur.“

LiveKomm verleiht den „Jazzpreis der Popclubs“

Die Live Musik Kommission, der Verband der Musikspielstätten in Deutschland e.V. (kurz LiveKomm), wird am 26.April erstmals einen Preis für einen Jazzact auf der jazzahead! ausloben.

Als 1. Preis verleiht der Verband die „LiveKomm Clubtour“, welche durch sieben ihrer Mitgliedsclubs gehen wird. Unter den teilnehmenden Clubs sind beispielsweise das Knust in Hamburg und die Scheune in Dresden. Mit der Verleihung des Preises möchte die LiveKomm zeigen, dass es keinen Grund gibt, warum Jazz-Künstler nicht in zeitgemäßen Pop- Spielstätten spielen sollten. Zudem garantiert die LiveKomm den Künstlern eine Mindestgage von 150€ pro Musiker und Auftrittstag. Dem Zweitplazierten winkt ein Auftritt auf der Jazzbühne beim Hamburger Hafengeburtstag. Die Prämierung wird am Samstag, 11:00Uhr in Halle 3 auf dem jazzahead!-Messegelände stattfinden.

Karsten Schölermann, 1. Vorsitzender der LiveKomm dazu: „Jazz ist kein Raumschiff! DieLiveKomm hat derzeit 340 Mitglieder, die alle gute Musik zu schätzen wissen“.

Der LiveKomm Stand befindet sich auf dem „German Market“ mit der
Standnummer 3C02.

Weitere Informationen zu den Veranstaltungen der LiveKomm und dem
Programm der jazzahead! finden sich auf:
www.jazzahead.de.

„Jazz ist kein Raumschiff“ – die LiveKomm auf der Jazzahead 2014

In Kooperation mit dem Bremer Regionalnetzwerk, der Musikszene Bremen e.V. und auf Einladung der internationalen Musikfachmesse Jazzahead wird die LiveKomm “competence on tour 2014″ vom 24.-27.04.2014  in Bremen Halt machen

Neben einem LiveKomm-Messestand auf dem „German Market“ werden auch die LiveKomm-Vorstände Karsten Schölermann und Magnus Hecht ein Panel mit Kollegen aus dem Jazzbereich anbieten. So soll über den Wandel, die Herausforderungen und die Anforderungen eines Jazzclubs im 21. Jahrhundert diskutiert werden. Darüber hinaus wird die LiveKomm erstmals den „Jazzpreis der Popclubs“ ausloben. Die, auf der Jazzahead auftretenden Bands, habe die Chance, eine einwöchige Tour durch unsere LiveKomm-Clubs zu gewinnen. Die Livekomm möchte mit diesen Modulen den Austausch und die Zusammenarbeit von Branchenkollegen der unterschiedlichsten Betriebsgrößen, sozialen Ausrichtungen und musikalischen Genres weiter vorantreiben. Der Verband will Lösungen und Visionen für die Anforderungen aller Facetten der Popularmusik suchen und umsetzten.

Infos zu unserem Panel:

Der Jazzclub im 21. Jahrhundert – zwischen Leidenschaft, Anforderungen und Verortung
Speaker: Magnus Hecht, Felix Falk, Friedhelm Schulz (angefragt), Wolfgang Renner (angefragt).
Moderation: Karsten Schölermann

Das Panel findet am Freitag, den 25.4. um 13:00 Uhr.

Im Panel ist eine angeregte Diskussion über den Professionalsierungsdruck eines wirtschaftlich, überlebendenden Jazzclub des 21. Jahrhunderts vorgesehen.

Mehr Infos hier.

„LiveKomm-Clubtour“ der Jazzpreis der Popclubs

„Jazz ist kein Raumschiff“. Die – größtenteils unsubventionierten – Popclubs der Republik möchten sich mit dieser Aktion den Jazzmusikern in Erinnerung bringen. „Es gibt keinen Grund, warum Jazz nicht in zeitgemäßen Pop-Spielstätten stattfinden sollte“ sagt dazu Karsten Schölermann, 1.Vorsitzender der Livekomm. Wir werden eine Band, aus den bei der Jazzahead spielenden Bands auswählen, und ihr eine Tour durch unsere besten Clubs spendieren.

Die Preisverleihung wird am Samstag, den 26.4. um 11:00Uhr stattfinden.

Weitere Infos hier.

LiveKomm Regionaltreffen Nord/West
Das Regionaltreffen Nord/West wird nach der Preisverleihung am Messestand der LiveKomm stattfinden.

Mitglieder der LiveKomm haben die Möglichkeit vergünstigt an der jazzahead! teilzunehmen.
Bei Fragen und Infos, meldet Euch gern in der Hamburger Geschäftsstelle (info@livekomm.org oder 040 – 2351 8416).

LiveKomm fordert den Erhalt der Distillery am Standort

Der Leipziger Stadtrat entscheidet am 22.01.2014 über einen Antrag der Fraktionen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und DIE LINKE ab. Der Antrag befasst sich mit der Forderung, den international bekannten Musikclub Distillery an seinem jetzigen Standort in der Kurt-Eisner-Straße 91 zu belassen. Der Club soll von dort verschwinden, da rundherum Wohnbebauung entstehen wird und die Eigentümerin des Geländes, die Stadtbau AG bisher keine deutliche Aussage zum Erhalt der Institution getätigt hat.

Die Distillery ist nicht irgendein Club. Hier entstand entscheidende Musik, die Menschen weltweit beeinflusst hat. Die Distillery ist Ostdeutschlands erster Technoclub gewesen und bietet nach wie vor hoch qualitative elektronische Musik an. Leipzig wäre nicht die Stadt, die es heute ist, wenn sich nicht eine Szene und Jugendkultur gebildet hätte, wie sie eben in Clubs wie der Distillery verortet ist. Insofern ist diese Musikspielstätte in ihrem Status anderen Kulturträgern und Kunstinstitutionen gleich zu setzen. Dazu erklärt Magnus Hecht, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der LiveKomm: „Alle Menschen, die elektronische Musik hören und um den Zauber Leipzigs wissen bitten den Stadtrat dem Antrag auf Erhalt der Distillery zu zustimmen. Die Unsicherheit für den Club ist ein bundesweit wahrgenommenes Problem.“

Die Distillery ist Mitglied in der Live Musik Kommission – Verband der Musikspielstätten in Deutschland.

Die LiveKomm zu Gast in Groningen

Vom 16. bis 18. Januar war die LiveKomm beim Eurosonic Noorderslag Festival in Groningen eingeladen. Gastgeber waren neben Veranstalter Buma Cultuur und de Oosterport Groningen auch der niederländische Verband VNPF  (Vereniging Nederlandse Poppodia en Festivals) sowie die Stadt Groningen.

Der Freitag stand ganz im Zeichen des europäischen Netzwerkes LiveDMA. In diversen Panels und Workshops wurde über neue Projekte im Netzwerk diskutiert. Neben der Entwicklung eines möglichen Creative Europe Cooperation Projektes standen auch Music-Educationprogramme und die zukünftigen Vereinstreffen auf der Agenda. So sind beispielsweise Treffen in Barcelona, Berlin und Oslo geplant.

Am Samstag kam die LiveKomm einer Einladung des Clubkombinat Hamburgs nach, welche zusammen mit drei Groninger und sieben Hamburger Clubs das Panel „Hamburg-Groningen-Exchange“ ausrichtete. Ziel ist der Austausch von regionalen Nachwuchsbands beider Städte. Im Anschluss moderierten Moderator Cor Schlösser (Melkweg, NL) und Karsten Schölermann (Knust Hamburg, LiveKomm) das European Club Meeting. Neben der Hamburger Delegation nahmen auch Clubbetreiber aus Polen, Ungarn, Frankreich, Belgien und Finnland an der Diskussionsrunde teil und tauschten sich über gemeinsame Probleme und mögliche Lösungen aus. Teilnehmer und Veranstalter kamen zu Schluß, dass das Treffen der europäischen Clubs auch für die nächsten Jahre Teil der Konferenz sein sollte.

Die LiveKomm kann abschließend nur ein dickes „DANK JE WEL!“ an die Veranstalter und Organisatoren des Eurosonic Noorderslag aussprechen.

GEMA Tarif Rechner 2014 online

Der geschätzte Kollege Jürgen Krenz, Mitarbeiter im Hamburger Veranstaltungszentrum „Goldbekhaus“, hat sich die Mühe gemacht und die aktuell, von der GEMA entwickelten Tarife überprüft und einen GEMA-Tarifrechner entwickelt. Mit diesem lassen sich die Auswirkungen der neuen Tarife auf Clubs, Discotheken und Musikkneipen für die nächsten Jahre darstellen. Er hat diesen Rechner dem Clubkombinat Hamburg und der LiveKomm zur Verfügung gestellt und ist hier abruf- und downloadbar:GEMA Tarifrechner 2014 (aktualisiert)

Stellungnahme der LiveKomm zur Eingung im Tarifstreit von GEMA und Bundesvereinigung Deutscher Musikveranstalter

Endlich hat man sich geeinigt, zwei Wochen vor Neu-Vertragsbeginn steht nun erst mal fest, was Musiknutzer von vier neuen Tarifverträgen ab 01.01.2014 zu bezahlen haben. „Endlich“ Planungssicherheit u.a. für unsere Spielstätten, nach der Schiedsstellenempfehlung des Deutschen Patent- und Markenamtes DPMA aus April 2013. Aber ist das angemessen, ist das bezahlbar im Vergleich zu 2012 und 2013?

Existenzängste begleiten seit 1,5 Jahren Clubs und Veranstalter, seitdem die GEMA im April 2012 ihre neuen Tarife ausgerufen hatte. Nach monatelangen Protesten einigte man sich auf eine Übergangslösung für die Zeit ab 01.01.2013 bis 31.01.2013: auf Basis der alten Verträge plus 5%, für Diskotheken und Clubs weitere plus 10% ab April 2013. Nebenbei bemerkt: die GVL wird aufgrund ihres prozentualen Anteils von derzeit 26% auf den Tarifvertrag ebenso teurer.

Auf Grundlage der Schiedsstellenempfehlung sind vier neue Tarife entstanden. Bei allen ist die neue Berechnungsgröße „Eintrittsgeld“ dazugekommen.

1. Aus U-VK wird ab 2014:
U-V, Tarif für Musiknutzung in Einzelveranstaltungen mit Livemusik

2. Aus M-U I. wird ab 2014:
M-V, Tarif für Musiknutzung in Einzelveranstaltungen mit Tonträgerwiedergabe

3. Aus M-U III 1 c wird ab 2014:
M-CD II 2, Tarif für Musiknutzung in Diskotheken und Clubs

 4. Aus M-U III 1 b wird ab 2014:
M-CD II 1, Tarif für Musiknutzung in Musikkneipen

Clubs und Diskotheken nach 3.
Es wird teurer. Auf 8 Jahre gestreckt, aber es wird teurer. Und das, obwohl selbst die Schiedsstelle Steigerungen von „über 100% als nicht angemessen“ bezeichnet. Bereits in 2013 ist es 15% teurer geworden. Durch die Linearisierung in der Tarifstruktur müssen kleinere Clubs bei 6 Euro Eintritt und bis zu 200 qm „ein wenig“ mehr zahlen (ersten Berechnungen zufolge in 2021 ca. 100% bezogen auf 2013). Große Clubs mit 500 qm oder mehr müssten beim selben Eintrittsgeld im Jahr 2012 etwa das Dreifache bezahlen, Berechnungen anderer Verbände kommen auf das bis zu 4,5 fache. So steigt laut einer Berechnung im Tarifrechner der GEMA der Beitrag für einen Club mit 500 qm und 10 Euro Eintritt von 11.800 Euro im Jahr 2021 auf 27.300 Euro. Bezogen auf 2013 läge die Steigerung bei einem Betrag von 9.736 Euro sogar bei 280%.

Musikkneipen nach 4.
Musikkneipen erheben selten Eintritt und zahlen daher oft den Mindestsatz. Dieser liegt aber um etwa 20 Prozent über dem aus 2013. Die Auslastung von Musikkneipen, die mehrmals die Woche oder sogar täglich geöffnet haben, ist in der Woche sehr niedrig, es muss aber der volle nunmehr erhöhte Beitrag bezahlt werden. Das verhindert kreative Nachwuchsförderung,da die Betriebe allein über ihre Gastronomie solche Steigerungen nicht abfedern können.

Zum Beispiel müsste eine Musikkneipe bei 7 Öffnungstagen und 50 qm statt 630 Euro in 2014 nunmehr 1.059 Euro bezahlen, was einer Steigerungsrate von knapp 70% entspricht. Bezogen auf 2013 läge die Steigerung bei einem Betrag von 535 Euro sogar bei ziemlich genau 100% in 2021. Für Musikkneipen werden die Erhöhungen jedoch auch über 8 Jahre gestreckt.

Einzelveranstaltungen nach 1. und 2.
Hier wird es ein Einführungsszenario über 5 Jahre geben. Durch die Linearisierung sind auch hier größere Veranstaltungen stärker betroffen als kleinere Events. Ersten Berechnungen zufolge wird es für manche kleinere kürzere Events leicht günstiger, für alle anderen Veranstaltungen teurer. Die Steigerungsraten betragen hier bis zu 80%. Für problematisch hält die LiveKomm auch den Zeitzuschlag von 25% ab 8 Stunden, sowie je weiteren 25% ab je 2 weiteren Stunden. Dadurch werden langdauernde größere Festivals mit hohen Preissteigerungen rechnen müssen.

Die LiveKomm hält zudem bekanntermaßen die nach wie vor geltenden Rahmenbedingungen wie die Wand-zu-Wand-Bemessung für falsch, eine durchschnittliche Auslastungsquote von einem Gast pro qm für deutlich zu hoch. Letzteres sieht die Schiedsstelle genauso: „ eine Auslastung von 66% kann für Diskotheken unterschritten werden“. Den jeweils höchsten Brutto-Eintrittspreis am Abend als Berechnungsgrundlage heranzuziehen, führt ebenso an der Realität in Spielstätten vorbei (Gästeliste, Preisreduzierung im Verlauf des Abends etc.) wie es ungerecht ist, auf die Umsatzsteuer noch GEMA-Gebühren zu zahlen.

An die Politik wird sich die LiveKomm auch in Zukunft, ggf. gemeinsam mit anderen Verbänden, wenden, um z.B. im Urheber(wahrnehmungs)recht z.B. diesen Parameter zu ändern: Es muss z.B. der alte Tarif so lange gelten, bis der neue Tarif höchstinstanzlich ausgefochten ist. Ansonsten passiert das, was seit Jahren passiert: die GEMA ist gesetzlich gestützt immer in der besseren Verhandlungsposition, da der Tarif ab dem Moment gesetzlich gilt, wo ihn die GEMA ausruft. Verhandlungspartner sind auf das Entgegenkommen der GEMA angewiesen, um Zwischenlösungen im Streitfall wie in 2013 zu verhandeln. Angesichts des Streitwerts muss sich mancher Verband juristische Schritte sehr genau überlegen, ob man sie sich leisten kann – die GEMA zahlt ihre Streitkosten einfach aus ihren Einnahmen. Auch hier gibt´s ein Ungleichgewicht bei Tarifverhandlungen. Und man auch die Rolle des DPMA als Aufsichtsbehörde müsste man überprüfen nach dem Super-Gau 2012.

Die Bundesvereinigung Deutscher Musikveranstalter hat monatelang zeitraubend mit der GEMA verhandelt, um für die betroffenen Musiknutzer bezahlbare Tarife zu erreichen, Respekt! Wären die Voraussetzungen sowohl gesetzlich als auch finanziell gleich oder ähnlich bei Kontrahenten, hätte das Ergebnis aber wohl anders und damit im Sinne der LiveKomm angemessener ausfallen können.

Und genau darum geht es: die gesellschaftliche Diskussion im Urheberrecht darüber, was angemessen ist. Das gebetsmühlenartige Wiederholen der GEMA-Forderung von „maximal 10% der Brutto-Einnahmen“ (GVL wird in der Argumentation gerne außer Acht gelassen) macht´s nicht besser für Spielstätten. Als LiveKomm wissen wir, was bei Veranstaltungen und in Clubs als Gewinnmargen übrig bleibt. Wir halten daher maximal 5% abzüglich ggf. Rabatten für gerechtfertigt. Das wäre in einem zusätzlichen Koppeltarif an den U-K (Konzerttarif) als wählbare Alternative zum Pauschalvertrag anzustreben.

Die Hauptforderung der LiveKomm gegenüber der GEMA ab Januar 2014 wird der Kulturrabatt von 40% sein. Clubs oder Spielstätten sehen sich eher als Kultur- denn als Wirtschaftsbetriebe, nicht rein kommerziell, und bieten spezielles, nachwuchsförderndes, aber damit auch risikobehaftetes Clubkulturprogramm. Viele Künstler wären heute nicht erfolgreich, hätten kulturelle Spielstätten ihnen nicht Auftrittsmöglichkeiten auch vor kleinem Publikum ermöglicht. Diese Nachwuchsarbeit sowie kulturelle Daseinsvorsorge muss durch einen hohen Kulturrabatt ermöglicht werden, deren Eckdaten die LiveKomm mit der GEMA aushandeln will.“

LiveKomm bildet Sprachrohr für Festivals

Rückblick auf die Herbsttagung der Clubbetreiber in Hamburg

  • Mitgliederversammlung beschließt Erweiterungsoption des Bundesverbands für Festivals
  • LiveKomm-Mitglieder räumen beim ersten Spielstättenprogrammpreis ab
  • Die Live DMA – der Europaverband der Clubs – tagte, Schweizer Club-Verband „Petzi“ äußert Interesse an einer Mitgliedschaft

Über 100 Clubbetreiber, Verbands- und Branchenvertreter aus dem In- und Ausland folgten der Einladung der LiveKomm zum „Global Club Exchange“ in die Hamburger Kastanienallee 9 und nahmen an den diversen Programmpunkten der Herbsttagung teil, die vom 25. bis 27. September während des Reeperbahn Festivals stattfand.

Beim Auftakt der öffentlichen Mitgliederversammlung der LiveKomm stand vor allem das „Für und Wider“ zur Aufnahme kleiner und mittelgroßer Festivals in den Bundesverband auf der Tagesordnung. „Festivals sind temporäre Spielstätten, welche eine große Anzahl an gemeinsamen Themen mit den Live-Clubs aufweisen“, so Vorstandsmitglied Axel Ballreich aus Nürnberg. Nach einer produktiven Diskussion beschlossen die Mitglieder, die bestehende Definition von Musikspielstätten auf Festivals von einer Tageskapazität von bis zu 10.000 Besuchern und Umsonst & Draußen Festivals zu erweitern und als ordentliche Mitglieder aufzunehmen. Festivals, deren Kapazität über diesen Umfang hinaus gehen sind als assoziierte Mitglieder (ohne Stimmrecht) willkommen, die Anliegen des Verbandes zu unterstützen.

Am Mittwochabend wurden im Uebel & Gefährlich erstmals die Spielstättenprogrammpreise von Kulturstaatsminister Bernd Neumann an insgesamt 55 Spielstätten, sowie Veranstalterinnen und Veranstalter verliehen, die ein kulturell herausragendes Programm anbieten und damit maßgeblich zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Deutschland beitragen. Über die Hälfte der ausgezeichneten Rock- und Pop-Clubs sind bereits Mitglieder der LiveKomm. Der Bundesverband freut sich über die politische Aufmerksamkeit für die deutsche Clubkultur und wird die weitere Entwicklung dieses Fördermodells mit großem Interesse begleiten.

Am Donnerstagmorgen folgte die Arbeitsgruppenphase, bei der Mitglieder aus 13 Bundesländern und Gäste die Themen „Clubförderung“, „Integration der Festivals“, „Datenerhebung und Wissenschaft“, „Besonderheiten im Bereich Jazz“, „Umgang mit bedrohten Clubs und politische Arbeit“, sowie „Erweiterung des europäischen Netzwerks Live DMA“ bearbeiteten. Hierbei konnten zahlreiche Weichen für die Verbandsarbeit der nächsten Monate gestellt werden. Die Teilnahme europäischer Verbandsvertreter aus den Niederlanden, Belgien, Frankreich und der Schweiz ermöglichte einen internationalen Blick auf die Themen. Der Schweizer Clubverband „Petzi“ signalisierte anschließend starkes Interesse an einer engen Zusammenarbeit im europäischen Netzwerk Live DMA.

Im Anschluss folgte eine öffentliche Diskussionsrunde zur Integration der Festivals in den Verband. Dieses Panel war mit Stefan Reichmann (Haldern Pop), Holger Hübner (Wacken) und Axel Ballreich (Hirsch Nürnberg) hochkarätig besetzt und zeigte u.a. auf, dass sich die Grenze zur Aufnahme der Festivals bis 10.000 Besucher als Testlauf für eine vorläufige Orientierung eignet und dieses Thema die LiveKomm in den kommenden Monaten weiter beschäftigen wird.

Für einen stimmungsvollen Ausklang der Fachtagung sorgte Magnus Hecht bei der Veranstaltung „Meet & Greet“ am Donnerstagabend, die zahlreiche Gäste auf die Terrasse des Partnerhotels „Pyjama Park“ anlockte. In seiner Begrüßungsrede flunkerte der 2. Vorsitzende mit der Mitlgliedergröße der LiveKomm als größter Clubverband im Universum und lud die Gäste ein, gemeinsam in das Nachtprogramm des angrenzenden Reeperbahn Festivals einzutauchen.