Das hohe Ergebnis der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein politischer Dammbruch. Dass 43,8% derjenigen, die ihre Stimme abgegeben haben, eine vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei bei einer Landtagswahl wählen, markiert eine Zäsur für die Bundesrepublik Deutschland. Unabhängig davon, ob die AfD anschließend Regierungsverantwortung übernimmt, ist dieses Ergebnis ein Alarmsignal für alle, die sich für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft einsetzen. Es wird weit über Sachsen-Anhalt hinaus wirken.
Die LiveMusikKommission e.V. erklärt sich solidarisch mit den Kulturakteur*innen und der demokratischen Zivilgesellschaft im Land, die sich täglich für gesellschaftlichen Zusammenhalt, kulturelle Vielfalt und demokratische Teilhabe engagieren.
„Als jemand, der Sachsen-Anhalt geboren ist, bin ich über dieses Ergebnis zutiefst erschüttert. Zugleich möchte ich ausdrücklich dazu aufrufen, weiterzumachen und zwar jetzt erst recht, so schwer die Zeiten auch werden. Clubs, Festivals und andere Kulturstätten sind zentrale Orte gelebter Demokratie. Wir müssen uns vernetzen, einander stärken und gemeinsam sichtbar bleiben“, erklärt Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission e.V.
Die LiveKomm ruft Kulturveranstalter*innen, Künstler*innen, Verbände, Initiativen und demokratische Partner*innen in Sachsen-Anhalt dazu auf, den Austausch zu intensivieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Strategien zu entwickeln. Niemand sollte mit Angriffen, Einschüchterungen oder politischen Konflikten allein gelassen werden. Die Vernetzung untereinander und die Zusammenarbeit mit erfahrenen Beratungsstellen sind wichtige Voraussetzungen dafür, handlungsfähig zu bleiben.
Als praktische Unterstützung empfiehlt die LiveKomm die Broschüre „Haltung zeigen“. Sie bietet Orientierung und Handlungsempfehlungen für den Umgang mit rechtsextremen, menschenfeindlichen und demokratiefeindlichen Positionen im eigenen Arbeits- und Veranstaltungsumfeld.
Darüber hinaus stehen die Angebote der Mobilen Beratung zur Verfügung. Der Bundesverband Mobile Beratung und seine regionalen Beratungsteams unterstützen zivilgesellschaftliche Akteur*innen, Einrichtungen und Initiativen im Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit. Die Beratung ist auf die konkrete Situation vor Ort ausgerichtet und kann dabei helfen, Handlungssicherheit zu gewinnen, Schutzkonzepte zu entwickeln und demokratische Strukturen zu stärken.
Eine Übersicht der Beratungsangebote ist auf der Website des Bundesverbands Mobile Beratung abrufbar:
Mobile Beratung in Sachsen-Anhalt
Die LiveMusikKommission appelliert an demokratischen Kräfte und Verantwortungsträger*innen in Sachsen-Anhalt, die Kulturförderung und die demokratische Zivilgesellschaft nachhaltig zu sichern. Kulturorte brauchen verlässliche Rahmenbedingungen, damit sie ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen und weiterhin Räume für Vielfalt, Teilhabe und Begegnung schaffen können.
„Was wir in Sachsen-Anhalt sehen, geht uns alle an. Unser erster Gedanke gilt den vielen Menschen vor Ort, die sich angesichts dieses Wahlergebnisses Sorgen um ihre Sicherheit, ihre Zukunft und die demokratische Kultur in ihrem Umfeld machen. Sie dürfen mit diesen Sorgen nicht allein gelassen werden. Gleichzeitig ist jetzt spätestens der Zeitpunkt gekommen, an dem wir uns als Kulturbranche noch klarer und deutlicher für Demokratie, Vielfalt und eine offene Gesellschaft positionieren müssen. Nun kommt es darauf an, nicht in Resignation zu verfallen, sondern gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Für uns als LiveKomm heißt das: jetzt erst recht“, so Mankel Brinkmann, Vorsitzender der LiveMusikKommission e.V.
