Haushalt 2024: Bundesebene unterstützt erstmals Schallschutzmaßnahmen im Clubbereich und stärkt den Festivalförderfonds

Mit dem Festivalförderfonds und einem neuen Schallschutzprogramm finden im Bundeshaushalt 2024 zwei Forderungen der LiveKomm bundespolitisch Berücksichtigung.

Die LiveKomm, der Bundesverband der Livemusikspielstätten, begrüßt sehr, dass mit dem neuen Festivalförderfonds (4 Millionen Euro) und dem neuen Schallschutzprogramm (1,5 Millionen Euro für 2024 und 1,5 Millionen Euro für 2025) den großen Förderbedarfen des Livemusik-Bereichs mit einem Start auf Bundesebene Rechnung getragen wird. Diese Förderinstrumente für den Bereich der Musikspielstätten sind bislang lediglich nur auf Ebene einiger Kommunen und Ländern vorhanden.

Die deutsche Festivallandschaft ist reichhaltig und sichert kulturelle Teilhabe auch in ländlichen Gebieten. Umso wichtiger ist es, dass mit dem Festivalförderfonds ein Förderprojekt weitergeführt wird, das bereits mit Einführung im Winter 2023 sehr großen Zuspruch erfahren hatte. Die LiveKomm hat die Umsetzung gemeinsam mit weiteren Verbänden und der Bundesförderinstitution Initiative Musik intensiv begleitet. Die Anzahl der eingereichten Anträge hat das zur Verfügung gestellte Fördervolumen dabei bei Weitem überstiegen.

Das Bundesschallschutzprogramm wird Musikspielstätten und Clubkultur bundesweit erstmals Gelegenheit bieten, dringlich benötigte Schallschutzmaßnahmen zu finanzieren, um Nachbarschaftsproblemen vorzubeugen und Schall-Konflikte in der Stadtentwicklung zu mindern. Offen ist noch, in welcher Weise und zu welchen Bedingungen die Fördergelder eingesetzt werden können. Die LiveKomm sieht mit dem Schallschutzprogramm eine zentrale politische Forderung der letzten Jahre dennoch in ersten Ansätzen auf dem Weg.

Ein wesentliches Defizit beider Posten bleibt aus Sicht der LiveKomm die finanzielle Ausstattung. Die bereitgestellten Fördermittel erlauben zwar die Finanzierung von ersten Pilotvorhaben und Leuchtturmprojekten, werden aber die vielen Antragssteller:innen und deren Bedarfe bei weitem nicht bedienen können.

Thore Debor, Hamburg, Sprecher des AK Kulturraumschutz der LiveKomm:

Dass die Haushälter in der Bereinigungssitzung einen neuen Haushaltstitel für ein Pilotprojekt Bundesschallschutzprogramm beschlossen haben, ist ein sehr erfreulicher Schritt. Nach den langen LiveKomm-Bemühungen und zahlreichen Gesprächen, unter anderem auf den Stadt Nach Acht Konferenzen, sind nun erstmals auf Bundesebene konkrete Erfolge in Sachen Schallschutz für Musikclubs absehbar. Als Pilotprojekt kann nun das Zusammenspiel von Bund und Ländern erprobt und der enorme, bundesweite Bedarf für Schallschutzmaßnahmen aufgezeigt werden.

Insgesamt sehen wir uns mit der fraktionsübergreifenden Unterstützung aus der Politik auf einem guten Weg, die Anerkennung der von Musikclubs auf Bundesebene auch rechtlich zu verankern, denn: Clubs sind Kulturorte. Dies muss sich im 21. Jahrhundert in einer zeitgemäßen Novellierung der Lärmschutzbestimmungen und der Baunutzungsverordnung wiederfinden.“

Johanna Stark, Berlin, Sprecherin des AK Festival Kombinat der LiveKomm:

Als Festival Kombinat begrüßen wir die Entscheidung zu einer Kulturförderung von Festivals auf Bundesebene. Die Verlängerung des Festivalförderfonds in den aktuellen Haushalt hinein ist ein erfreuliches Zeichen in die richtige Richtung. Klar ist aber auch, dass die angesetzten 4 Millionen die befürchtete bundesübergreifende Insolvenzwelle von kleineren und mittleren Festivals, vor allem im ländlichen Raum, nur abschwächen können.  Es bedarf langfristig angelegter und planbarer finanzieller Ressourcen, um über Bundesländergrenzen hinweg Austausch und Kooperation zu fördern und kulturelle Teilhabe auch junger Menschen und beim Nachwuchs weiter erhalten und ausbauen zu können.

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveKomm:

„Wir danken allen beteiligten Parlamentarier:innen für die Unterstützung unserer Anliegen. Insbesondere möchten wir den Büros von Dennis Rohde (SPD) und Andreas Audretsch (Bündnis 90 / Die Grünen) sowie Daniel Schneider (SPD), Anikó Glogowski-Merten (FDP) und Luise Amtsberg (Bündnis 90 / Die Grünen) unseren Dank aussprechen. Wir freuen uns nunmehr auf die zügige Ausgestaltung der Programme, für die wir als Bundesverband wieder zur Verfügung stehen.“

Download der Pressemitteilung als PDF: http://tinyurl.com/yfxduvwt

Live 500: Programm für Musikspielstätten und Veranstalter:innen startet

Das Förderprogramm Live 500 richtet sich gezielt an kleine bis mittlere
Musikspielstätten und regionale Veranstalter:innen. Damit schafft die
Initiative Musik Anreize für ein vielfältiges Musikprogramm. Live 500 ist
notwendig, da in der postpandemischen Situation viele Livemusikclubs und
Veranstalter:innen verstärkt auf etablierte Musiker:innen setzen müssen.
Dazu kommen weitere Herausforderungen wie gestiegene Energiekosten
und die Inflation, die eine kostendeckende Planung und Durchführung von
niedrigschwelligen Musikangeboten immer mehr erschweren.
Insbesondere Konzertformate mit Musiker:innen am Beginn ihrer Karriere
und weniger populäre oder experimentelle Genres laufen dabei Gefahr, in
den Hintergrund zu treten.

Das Programm unterstützt in zwei Kategorien gezielt
Livemusikveranstaltungen mit maximal 250 zahlenden Besucher:innen in
Musikclubs. Der maximale Eintrittspreis liegt je nach Kategorie bei 20 bzw.
25 Euro. Konzerte können dabei mit einem Zuschuss von 500 Euro bzw.
1.000 Euro pro Veranstaltung gefördert werden. Dabei gehen 50 Prozent
als Gagenzuschuss an die auftretenden Musiker:innen. Die weiteren 50
Prozent verbleiben bei den Musikclubs bzw. regionalen Veranstalter:innen
zur Deckung der Produktionskosten. Es können bis zu 12.000 Euro für
maximal 12 bzw. 24 Konzerte beantragt werden, die bis spätestens 30.
Juni 2024 stattfinden müssen.

Bei Live 500 ist eine diverse Programmplanung erstmals festes Kriterium für die geförderten Livemusikveranstaltungen. Es ermöglicht somit eine
größere kulturelle Teilhabe für Künstler:innen, die in der Livemusik
unterrepräsentiert sind. Durch eine Regionalquote wird darüber hinauseine
gerechte Verteilung für alle Bundesländer sichergestellt.

Live 500 ist ein Förderprogramm der Initiative Musik. Es wurde mit der
fachlichen Unterstützung der LiveMusikKommission e.V. entwickelt und mit
der Bundeskonferenz Jazz abgestimmt. Die Initiative Musik realisiert Live
500 mit Projektmitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und
Medien.

Alle Informationen zum Antrags- und Vergabeverfahren sind auf der
Webseite der Initiative Musik verfügbar. Die Antragsphase läuft bis zum 31.
Juli 2023.

Die Fakten im Überblick:

• 2,7 Mio. Euro stehen für die bundesweite Förderung von
Konzerten mit Newcomer:innen sowie experimentellen Formaten
zur Verfügung
• Gefördert werden Livemusikveranstaltungen mit maximal 250
Besucher:innen, mit Zuschüssen von je 500 bzw. 1.000 Euro
• Zuschüsse gehen zu 50 % an die auftretenden Musiker:innen und
zu 50 % an die Musikclubs bzw. Veranstalter:innen
• Antragsstart: Montag, 3. Juli 2023

Kulturfonds Energie des Bundes: Online-Infoveranstaltungen

Der Kulturfonds Energie des Bundes stellt Kultureinrichtungen, Einrichtungen der kulturellen Bildung und Kulturveranstaltenden rückwirkend für die Zeit vom 01. Januar 2023 bis zum 30. April 2024 insgesamt eine Milliarde Euro zur Verfügung, um Mehrkosten für Gas, Fernwärme und Strom abzufedern.

Zu den Grundzügen des Kulturfonds Energie finden in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturrat mehrere bundesweite, digitale Infoveranstaltungen statt.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Infosession # 1
15. Februar | 14:30–16:00
Hier anmelden!

Infosession # 2  (inhaltsgleich)
16. Februar | 14:00–14:45
Hier anmelden!
 
Infosession # 3 (inhaltsgleich)
16. Februar | 15:00–15:45
Hier anmelden!

Foto: Pexels/ Lachlan Ross