LiveKomm Lab @ MusicMatch Dresden

Wer Festivals veranstaltet oder einen Club betreibt, weiß: Es ist Leidenschaft, die einen antreibt – aber es ist Wissen, das einen weiterbringt. Wissen darüber, wie man Räume schafft, in denen sich alle sicher fühlen. Wie man Behörden und Sicherheitskonzepte nicht als Hindernis, sondern als Handwerkszeug begreift. Und wie man eine Generation erreicht, die Festivals liebt – aber auf ihre eigene Art.

Genau dafür gibt es das „1. LiveKomm Lab“. Als Teil der MusicMatch Dresden veranstaltet die LiveKomm am 25. April 2026 einen Workshoptag, der Macherinnen der Live-Musikbranche zusammenbringt – zum Lernen, Diskutieren und Weiterdenken. In drei Workshops mit erfahrenen Expert*innen geht es um Awareness-Konzepte, die wirklich greifen, Sicherheitsplanung, die mehr ist als Pflichterfüllung, und Social-Media-Strategien, die eine neue Generation Festivalfans nachhaltig begeistern. Von 11 bis 18 Uhr – kompakt, konkret und mit viel Raum für den Austausch untereinander.

Das LiveKomm Lab ist für alle LiveKomm-Mitglieder kostenlos.
1. Workshop: 11 Uhr „Bullshit & Bausteine: Wie Awareness garantiert nicht funktioniert“ mit Sarah Saem Bergmann von Act Aware Sarah Saem Bergmann vom Verein Act Aware vermittelt in diesem Workshop die Grundlagen und zentralen Bausteine eines tragfähigen Awareness-Konzepts: Welche Strukturen braucht es? Wer übernimmt Verantwortung? Und wie lässt sich Awareness nachhaltig und glaubwürdig in den Alltag von Festivals, Spielstätten und Veranstaltungen integrieren? Denn zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft oft eine große Lücke. Gut gemeinte Maßnahmen verpuffen, Strukturen fehlen, und echte Schutzwirkung bleibt aus. Sarah gibt daher auch einen ehrlichen Einblick in häufige Fehler und Missverständnisse – und beleuchtet kritisch, welche Ansätze in der Praxis nicht funktionieren und warum. Ein Workshop für alle, die Awareness ernstnehmen und wirksam gestalten möchten – praxisnah, reflektiert und mit konkreten Impulsen für die eigene Arbeit. Über Sarah Saem Bergmann: Sarah Saem Bergmann ist eine engagierte Trainerin, die nachhaltige Konzepte und Prozesseentwickelt, um Mitarbeitende zur Entfaltung ihrer Potenziale zu ermutigen. Mit denSchwerpunkten Resilienz, Selbstfürsorge und Awareness engagiert sie sich seit der Gründung von Act Aware e.V. für diskriminierungsfreie Räume und FLINTA*-Empowerment. Ihre langjährige Expertise bringt sie in Beratungen, Keynotes und Workshops für Events und Organisationen ein. Sie wirkt sie als New Work Coach für eine inklusive Arbeitskultur. Ihr Ansatz: Veränderung von innen nach außen.
2. Workshop: 14 Uhr „Mehr als Absperrband – Sicherheitskonzepte für Festivals“ mit Prof. Thomas Sakschewski Ein Sicherheitskonzept für Festivals klingt nach Bürokratie. Doch wer weiß, wann es wirklich Pflicht ist, was es enthalten muss und was passiert, wenn Behörden ihr Einvernehmen verweigern, ist klar im Vorteil.  Prof. Thomas Sakschewski nimmt in diesem Workshop die entscheidenden Fragen unter die Lupe: Wann ist ein Sicherheitskonzept auch unterhalb der 5.000er-Grenze Pflicht? Was gehört zwingend rein – von Räumungs- über Verkehrs- bis zum Überfüllungskonzept? Und was passiert, wenn eine Behörde ihr Einvernehmen verweigert? Der Fokus liegt klar auf der Perspektive von Festival-Veranstaltenden: praxisnah, konkret und ohne unnötiges Behördendeutsch. Ein Workshop für alle, die wissen wollen, worauf es wirklich ankommt – bevor es zu spät ist. Über Prof. Thomas Sakschewski: Thomas Sakschewski ist Professor für Veranstaltungsmanagement und -technik im Studiengang Theater- und Veranstaltungstechnik und -management und Sprecher des Forschungsverbunds „Sustainable Cities“ an der Berliner Hochschule für Technik. Thomas Sakschewski ist Autor zahlreicher Publikationen im Themenkreis Veranstaltungsmanagement und Sicherheitsplanung. Darunter das mittlerweile in dritter Auflage vorliegende Standardwerk zur Sicherheitsplanung „Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen“. Als Mitglied zahlreicher Gremien und Ausschüsse, wie dem Verein zur Förderung der Sicherheit von Großveranstaltungen e.V. (VFSG), dem Arbeitskreis Veranstaltungssicherheit (AGVS), dem AK 1.9.3 zur Einführung von Simulationen (FGSV) oder dem Normenausschuss „Nachhaltige Messe-, Kongress- und Veranstaltungs-Dienstleistungen“ gestaltet er aktiv Regelungen und Richtlinien mit.
3. Workshop: 17 Uhr „Bridging the Gap: Wie erreichen Festivals die GEN-Z?“ mit Emma Wolf Festivals leben von ihrer Community – doch wie erreicht man die Generation Z, die nicht nur Tickets kaufen, sondern auch begeisterte Botschafter*innen werden soll? Sie sind digital affin, haben klare Erwartungen und wollen vor allem eines: ein unvergessliches Erlebnis teilen. In diesem Workshop mit Emma Wolf zeigen wir, wie Festivalmacher*innen und Clubbetreibende die Gen-Z gezielt ansprechen und langfristig begeistern. Welche Kanäle nutzen junge Festivalbesucher*innen? Wie setzt man TikTok und Instagram effektiv ein – von viralen Challenges über interaktive Stories bis hin zu User-Generated-Content? Dazu werfen wir einen genauen Blick auf die Zielgruppe: Was bewegt die Gen-Z, wie tickt sie – und wie spricht man ihre Sprache? Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die nicht nur kurzfristig Tickets verkaufen, sondern langfristig eine treue Community aufbauen. Mit Best-Practice-Beispielen aus der Festivalbranche und praktischen Tipps, die sich direkt umsetzen lassen, machen wir die Theorie greifbar – und diskutieren gemeinsam, wie eine Social-Media-Strategie aussieht, die junge Festivalfans wirklich begeistert. Über Emma Wolf: Emma Wolf ist Content Creatorin und Social Media Managerin mit Schwerpunkt auf Festivals und Musikveranstaltungen. Ihren Einstieg fand sie über die Festivalfotografie, heute entwickelt und produziert sie authentischen Content, der sowohl das Publikum als auch das Branding von Festivals verbindet. Sie arbeitet remote für ein Festival im Social Media Management, begleitet das Campusfestival Konstanz seit mehreren Jahren fotografisch und wird regelmäßig von Festivals eingeladen, um Inhalte vor Ort zu erstellen. Sie bringt dabei ein besonderes Gespür dafür mit, Menschen und Momente so einzufangen, dass Nähe, Gemeinschaft und Relevanz spürbar werden. Als Teil der Gen Z verbindet sie persönliche Festivalerfahrung mit digitaler Expertise und schafft Content, der authentisch wirkt und zugleich strategisch eingesetzt werden kann.
ANMELDUNG
Weiterleitung zu https://livekomm.stager.co/shop/default/events/111649093

LiveKomm & Friends bei der Stadt Nach Acht + Future of Festivals 2025

PROGRAMM STADT NACH ACHT
DONNERSTAG, 27. NOVEMBER
Nacht Konsil: Gütesiegel für das NachtlebenWelche Voraussetzungen sind für die Entwicklung des Nachtlebens in der Stadt notwendig?
Cassiopeia unten, 11:30 – 13:00 Uhr

Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland und wie setzen deutsche Städte beispielsweise Nachtlebenbeauftragte ein? Was ist notwendig, um das Nachtleben ganzheitlich weiterzuentwickeln? Welche Strukturen wären dafür noch erforderlich? Und wie kann eine Auszeichnung wie die Purpurfahne die Entwicklung des Nachtlebens unterstützen? Nacht Konsil ist die Interessengemeinschaft der Nachtlebenbeauftragten in deutschen Städten und Gemeinden. 

Fair Play: Wer finanziert die Zukunft der Livemusik? 
Cassiopeia oben, 11:30 – 13:00 Uhr

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Politiker, Künstler und die wichtigsten Akteure der Branche künftig zusammenarbeiten können, um die langfristige Zukunft der Live-Musikkultur zu sichern. Während kleine Clubs, unabhängige Veranstalter und Nachwuchskünstler zunehmend unter Druck geraten, wächst der Musikmarkt auf der Seite der großen Acts und Konzerne. 

Digital Venue Revolution – präsentiert von der LiveKomm
Cassiopeia unten, 14:00 – 15:30 Uhr

In Zeiten von steigenden Betriebskosten, knappen Ressourcen und Fachkräftemangel brauchen Kulturorte mehr als gute Absichten – sie brauchen Lösungen, die entlasten und Wirkung entfalten. Dieses Panel zeigt, wie digitale Gebäudetechnik und Smart Home längst Teil der ökonomischen und ökologischen Transformation im Nachtleben sind. Denn digitale Gebäudetechnik ist keine Zukunftsmusik – sie ist ein strategisches Werkzeug für wirtschaftliche Stabilität, ökologische Verantwortung und mehr Freiraum für Kulturarbeit.Wir bringen Praxis und Industrie an einen Tisch und stellen beeindruckende Lösungen vor, die mit smarter Steuerung deutlich Energie, Zeit und Personal sparen – und Kulturorte resilienter machen.Am Abend führt eine Exkursion über die Dächer Berlins in den Klunkerkranich – mit Live-Einblick ins die smarte Steuerung des Clubs, Raum für Fragen und bestem Ausblick: https://2025.stadt-nach-acht.de/events/excursion-digital-venue-revolution/ 

»Kulturschutzgebiete« – Clubs als Kulturorte sichern – präsentiert von der LiveKomm
Cassiopeia oben,14:00 – 15:30 Uhr

Der Begriff „Kulturschutzgebiete“ taucht erstmals im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD auf. Die Idee ist, Musikclubs als Kulturstätten baurechtlich zu schützen – ähnlich wie dies bereits bei denkmalgeschützten Gebäuden und im Naturschutz der Fall ist. Die Stadt Köln hat mit ihrem Plan, in Ehrenfeld eine Kulturdenkmalzone einzurichten, den ersten Schritt getan… 

Nur für geladene Personen: Parlamentarisches Forum der LiveKomm zur Club- und Festivalkultur
House of Music,18:00 – 20:00 Uhr

Die LiveKomm diskutiert mit Vertreter*innen aus Politik, Club- und Festivalkultur über den aktuellen Stand politischer Initiativen für den Nachtleben- und Festivalsektor sowie über die zentralen Bedarfe und Herausforderungen der kommenden Jahre. 

FREITAG, 28. NOVEMBER
Zwischen Vielfalt und Krise: Festivals in Deutschland und Frankreich im Vergleich
Lokschuppen, 11:30 – 13:00 Uhr

Präsentation und Podiumsdiskussion zur brandneuen Festivalstudie der Bundesstiftung Livekultur. Mit einem Vergleich zur Lage der Festivals in Frankreich.
 
Nacht Konsil: Die Bubbles in der Bubble
Cassiopeia unten, 11:30 – 13:00 Uhr

Wo ist der gemeinsame Nenner der Nachtkultur? 

Changeover – Wie können Nachfolgeregelungen in Spielstätten geregelt werden?Lokschuppen Hybrid Floor, 11:30 – 13:00 Uhr

Auch in der Musikbranche geht die Babyboomer-Generation in den Ruhestand. Diese Podiumsdiskussion befasst sich mit der Frage, was bei einem Führungswechsel zu beachten ist und welche externen Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
PROGRAMM FUTURE OF FESTIVALS

DONNERSTAG, 27. NOVEMBER
The Circle of Live – Wie wir die Zukunft der Livemusik finanzieren
Satellite Events, 15:30 – 16:00 Uhr

Während Ticketpreise für Superstars und große Festivals explodieren, kämpfen kleine Clubs und Festivals ums Überleben. Der Live Music Fund Germany will das ändern – durch Solidarität statt Subvention. Felix Grädler, Initiator und Vorstand der Bundesstiftung Livekultur, stellt das neue Modell vor: Ein Fonds aus freiwilligen Beiträgen von Ticketkäufer:innen, Veranstalter:innen und Profiteuren des Booms, der Künstler:innen-Nachwuchs, Clubs, kleine Festivals und nachhaltige Strukturen fördert. Eine Keynote über Verantwortung in der Musikbranche, Zusammenhalt – und warum die Stars von heute die Stars von morgen finanzieren sollten. 

FREITAG, 28. NOVEMBER
Smart Home, Smart Festival
360 Grad Theater, 11:40 – 12:10 Uhr

Zukunft feiern, als gäbe es ein Morgen – in diesem Impulsvortrag erfährst du in 20 Minuten, wie smarte Sensorik und Automatisierung Ressourcen sparen, Kosten senken und dein Team entlasten kann. Anhand von Praxisbeispielen des Fusion-Festivals und mehreren Clubs zeigen wir, wie Sensor-Netze und Open-Source-Lösungen Abläufe smarter machen – von Logistik über Infrastruktur bis Energiemanagement. Zum Abschluss gibt’s einen Blick auf lokale, datenschutzfreundliche KI-Tools. 

Die Festivalstudie 2025 – Einblicke in die deutsche Festivallandschaft
360 Grad Theater, 16:00 – 16:45 Uhr

Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum präs. „Die Festivalstudie 2025“

Im September 2025 wurde mit der „Musikfestivals in Deutschland“-Studie die bisher umfangreichste, genreübergreifende Datenerhebung zur deutschen Festivallandschaft veröffentlicht. Die Studie entstand in Zusammenarbeit von Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum. In dieser Keynote präsentieren wir die zentralen Ergebnisse der Studie: von ökonomischen und kulturellen über ökologische bis hin zu sozialen Aspekten der Festivals. Im Anschluss lädt die Initiative Musik euch herzlich zu einem Prosecco am Stand von Tante Frizzante ein, um offene Fragen zu beantworten und in den Austausch zu gehen. 

Jetzt gib halt mal den Staffelstab ab! 
Campus Stage, 16:15 – 17:15 Uhr

Wie gelingt der Generationenwechsel in der Festivalbranche – und was bedeutet überhaupt „Übergabe“? Dieses Panel diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen entstehen, wenn erfahrene Festivalmacher:innen Verantwortung abgeben und neue Macher:innen übernehmen. Wir sprechen über mögliche Spannungsfelder zwischen Tradition und Veränderung, über Leidenschaft und darüber, was ehrenamtliche und privatwirtschaftliche Strukturen in diesem Bereich voneinander lernen könnten.

Smart Home, Smart Festival
360 Grad Theater, 11:40 – 12:10 Uhr

Zukunft feiern, als gäbe es ein Morgen – in diesem Impulsvortrag erfährst du in 20 Minuten, wie smarte Sensorik und Automatisierung Ressourcen sparen, Kosten senken und dein Team entlasten kann. Anhand von Praxisbeispielen des Fusion-Festivals und mehreren Clubs zeigen wir, wie Sensor-Netze und Open-Source-Lösungen Abläufe smarter machen – von Logistik über Infrastruktur bis Energiemanagement. Zum Abschluss gibt’s einen Blick auf lokale, datenschutzfreundliche KI-Tools. 

Die Festivalstudie 2025 – Einblicke in die deutsche Festivallandschaft
360 Grad Theater, 16:00 – 16:45 Uhr

Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum präs. „Die Festivalstudie 2025“

Im September 2025 wurde mit der „Musikfestivals in Deutschland“-Studie die bisher umfangreichste, genreübergreifende Datenerhebung zur deutschen Festivallandschaft veröffentlicht. Die Studie entstand in Zusammenarbeit von Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum. In dieser Keynote präsentieren wir die zentralen Ergebnisse der Studie: von ökonomischen und kulturellen über ökologische bis hin zu sozialen Aspekten der Festivals. Im Anschluss lädt die Initiative Musik euch herzlich zu einem Prosecco am Stand von Tante Frizzante ein, um offene Fragen zu beantworten und in den Austausch zu gehen. 

Jetzt gib halt mal den Staffelstab ab! 
Campus Stage, 16:15 – 17:15 Uhr

Wie gelingt der Generationenwechsel in der Festivalbranche – und was bedeutet überhaupt „Übergabe“? Dieses Panel diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen entstehen, wenn erfahrene Festivalmacher:innen Verantwortung abgeben und neue Macher:innen übernehmen. Wir sprechen über mögliche Spannungsfelder zwischen Tradition und Veränderung, über Leidenschaft und darüber, was ehrenamtliche und privatwirtschaftliche Strukturen in diesem Bereich voneinander lernen könnten.

Pressemitteilung: „70% des Lebens auf der Erde ist nachtaktiv“ – Nachtleben-Konferenz STADT NACH ACHT zeigt in Augsburg den Wert der Nachtkultur auf

Mit der STADT NACH ACHT gastierte am 24. und 25. Oktober die größte europäische Nachtleben-Konferenz erstmals in Augsburg. Das Event fand in Kooperation mit der Initiative Musik statt und wurde zudem gefördert durch die Stadt Augsburg. Veranstalterin war die LiveMusikKommission, der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland.

Bereits die Grußworte setzten den Ton der Konferenz. Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Claudia Roth sprach über den kulturellen Wert und die verbindende Kraft der Clubkultur angesichts der aktuellen Erosion der Demokratie in verschiedenen Bereichen – dabei sei die Lage der Musikclubs u.a. aufgrund von Kostensteigerungen ernst. Es sei jedoch eben nicht an der Zeit für „Totenschein und Nachruf“. Diese Perspektive bekräftigte auch Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik: „Nachtkultur stärkt das soziale Miteinander und bringt Kreativität in urbane wie ländliche Räume – sie braucht unsere Unterstützung, um weiter bestehen zu können.“ Der einflussreiche Städteforscher Charles Landry indes sprach in seinem Impuls über das Potential innovativen Denkens und der 24-Stunden-Stadt. Schließlich sei „70% des Lebens auf der Erde nachtaktiv“.

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Stadt, Land – Clubs:

Deutschlands größte Nachtleben-Konferenz STADT NACH ACHT kooperiert mit Augsburger Clubszene und Initiative Musik und rückt Nachtkultur in Mittelstädten und auf dem Land in den Fokus

Am 24. und 25. Oktober findet die STADT NACH ACHT erstmals in Bayern und in starker Zusammenarbeit mit der Initiative Musik in Augsburg statt. Im Fokus stehen das dynamische Wechselverhältnis von Stadt und Land sowie die akuten Herausforderungen der Livemusikspielstätten und der Clubkultur, die unter großem wirtschaftlichem Druck teils ums Überleben kämpfen.

Augsburg/Hamburg, 05.09.2024 – Zum siebten Mal steht im Oktober die STADT NACH ACHT, Deutschlands größte Nachtleben-Konferenz, an. In Berlin gegründet, bringt sie regelmäßig zentrale Akteur:innen aus nachtaffinen Branchen und Bereichen sowie Politik, Verwaltung und Wissenschaft zusammen. Nach Stationen u.a. in Dortmund findet die Konferenz in diesem Jahr in Augsburg statt. Diese Zusammenarbeit setzt ein klares Zeichen: Augsburg steht in einem besonderen Wechselverhältnis zum ländlich geprägten Umland, kulturell wie wirtschaftlich. Diese Austauschprozesse wird die diesjährige Konferenz in den Blick nehmen. Dabei bringen die Augsburger Club und Kulturkommission CUKK und der Bayerische Verband für Popkultur VPBy wichtige Impulse ein. 

Die Initiative Musik unterstützt das Event nicht nur finanziell, sondern bereichert die Konferenz auch inhaltlich. Sie bringt Aspekte wie Demokratie, Nachhaltigkeit und Diversität ein und reflektiert diese im Kontext der Kulturförderung im Austausch mit nationalen und internationalen Popförderungen. 

Kostendruck und strukturelle Benachteiligung: Städtisches Nachtleben in Gefahr

Das städtische Nachtleben, oft ein Motor urbaner Trends und kultureller Innovation, sieht sich zunehmend mit existenziellen Herausforderungen konfrontiert. Steigende Betriebskosten, höhere Mieten und Gagensteigerungen setzen viele Clubs und Livemusikspielstätten erheblich unter Druck. Zudem erhält die Clubkultur im Vergleich zur Hochkultur ein geringeres Budget an Fördermitteln. Strenge behördliche Auflagen und komplexe Bauverordnungen, erschweren die Eröffnung neuer Clubs zusätzlich. Kleinere Venues wie die im Augsburger Nachtleben, kämpfen um ihre Existenz. Trotz dieser Herausforderungen bleibt eine lebendige und vielfältige Nachtkultur jedoch unerlässlich für das soziale Gefüge und die Attraktivität der Städte.

Kulturförderung im ländlichen Raum: Neue Wege zur Stärkung der Clubkultur

Vor diesem Hintergrund gewinnt die Unterstützung der Clubkultur im ländlichen Raum zunehmend an Bedeutung. Im Rahmen ihrer Infrastrukturförderung und der STADT NACH ACHT wird die Initiative Musik ihre neue länderübergreifende Dialogplattform FORM präsentieren. Diese wandernde Rauminstallation und partizipatives Auditorium wird während der Konferenz im Offspace „Zwischenzeit” in Augsburg ausgestellt und bietet u. a. eine „Pop-Arena“ für visionäre Konzepte aus strukturschwachen Regionen, Lobby-Coaching für Kulturschaffende sowie ein fiktives Planspiel zur Kulturförderung.

Themenvielfalt bildet buntes Miteinander im Nightlife ab

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveKomm: „Neben den großen inhaltlichen Linien möchten wir mit der STADT NACH ACHT die ganze Vielfalt des Nachtlebens thematisch abbilden. Daher freuen wir uns auf die Diskussionen mit den rund 100 internationale Experten und den etwa 300 Fachteilnehmern. Im Rahmen der 20 geplanten Panels, Talks und Workshops sprechen wir unter anderem über Drug Checking, Safer Nightlife, Diversität und die aktuelle Krise im Veranstaltungsbereich. Locations der etwas anderen Art, wie Burgen und Schlösser oder Clubschiffe, wollen wir ebenso thematisieren wie die ‚Nacht in Europa‘ oder Cannabis im Nachtleben.“

Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik: „Clubkultur und ein lebendiges Nachtleben sind essenziell für eine optimistische Zukunft der jungen Gesellschaft. Die STADT NACH ACHT Konferenz und ihre Besucher:innen zeigen, dass selbst in schwierigen Zeiten neue Clubkulturen und vielfältige Szenen entstehen können – auch im ländlichen Raum, den wir als Initiative Musik besonders im Blick haben. Gemeinsam mit der Livekomm sehen wir die kulturelle Stärkung dieser Regionen als zentrale Herausforderung, der wir entschlossen begegnen.”

Die Konferenz findet traditionell in Clubs von LiveKomm-Verbandsmitgliedern statt, sodass der Rahmen authentisch ist. Damit wird die Augsburger Clubszene im neuen Kontext sichtbar gemacht und zelebriert. Zu den Veranstaltungslocations zählen unter anderem die Musikkantine, das 100 Hz und der CityClub. Auch unterstützt die Stadt in der Fußgängerzone am Stadtmarkt die Konferenz mit einer PopUp Zwischennutzung, die Kultur zur Verfügung steht, die „Zwischenzeit“.

[Gemeinsame Pressemeldung] Diesjährige Fête de la Musique erhält Unterstützung von zahlreichen Musikwirtschaftsverbänden

Die diesjährige Fête de la Musique, die am 21. Juni 2024 weltweit gefeiert wird, erfährt eine breite Unterstützung von verschiedenen Musikverbänden aus der Musikwirtschaft. Zu den Unterstützenden gehören der Bundesverband der Freien Musikschulen e. V. (bdfm), der Bundesverband der deutschen Musikinstrumentenhersteller e. V. (BDMH), der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e. V. (BDKV), der Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI), der Verband Deutscher Musikverlage e. V. (DMV), der Gesamtverband Deutscher Musikfachgeschäfte e. V. (GDM), die LiveMusikKommission – Verband der Musikspielstätten in Deutschland e. V. (LiveKomm), die Society Of Music Merchants e. V. (SOMM) und der Verband unabhängiger Musikunternehmer*innen e. V. (VUT).

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