Pressemitteilung – Kulturhaushalt 2026: Mehr Förderung für Festivals, kein Lichtblick für Clubs

Der Festivalförderfonds wird aufgestockt, die Clubs dagegen nicht berücksichtigt

In der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2026 lag den Koalitionären nach eigener Aussage die freie Szene „besonders am Herzen“. Die LiveMusikKommission (kurz LiveKomm) begrüßt als Bundesverband der Musikspielstätten die beschlossene Aufstockung des Festivalförderfonds, ist jedoch in großer Sorge über die mangelnde Finanzierung der Clublandschaft. Die aktuelle Verbandserhebung der LiveKomm aus dem Herbst 2025 bestätigt das bestehende Meinungsbild und zeigt, dass die zunehmend existenziell bedrohlichen Kostenentwicklungen für die Kulturbetriebe kritische Zustände erreichen.

Mit dem Bundeshaushalt 2026 wurde eine Aufstockung des Festivalförderfonds um zusätzliche zwei Millionen Euro beschlossen. Diese Maßnahme ist aus Sicht der Liveszene dankenswert und notwendig, denn der Fonds hilft dabei, die breite und vielfältige Festivallandschaft finanziell aufzufangen. Angesichts großer Belastungen, insbesondere bei den Produktionskosten, ist diese Verdopplung ein Segen.

Jedoch leiden die knapp 2.000 Musikclubs in Deutschland unter den gleichen Kostenentwicklungen. Die LiveKomm hatte in den Gesprächen im politischen Raum vielmals auf die massive Überzeichnung der bisherigen Clubförderprogramme bei der Initiative Musik hingewiesen, welche für die Jahre 2024/2025 mit insgesamt lediglich 1,9 Millionen Euro ausgestattet waren.

In den letzten Jahren meldeten die LiveKomm-Mitglieder beständig außerordentliche Preissteigerungen in praktisch allen betrieblichen Bereichen – seien es Mieten, Security- oder Energiekosten. So geben im aktuellen Club- und Festival-Monitoring des Verbands 64 % der Musikspielstätten an, stark unter den Kostenentwicklungen zu leiden.

Die Hälfte der Clubs (51 %) muss aus wirtschaftlichen Gründen Veranstaltungen absagen.

Unter diesen Vorzeichen ist es wenig verwunderlich, dass ein großer Teil der Musikspielstätten im Zuge der Erhebung angab, künftig nicht auf Fördergelder verzichten zu können: In den kommenden zwölf Monaten brauchen 70 % von ihnen staatliche Fördermittel, um ihren Betrieb zu halten.

Clubs und Festivals sind Begegnungsstätten und mit ihrem vielfältigen Publikum und Künstler*innen Orte gelebter Demokratie. Gerade angesichts des Erstarkens rechtsextremer Strömungen in Deutschland sind sie derzeit wichtiger als je zuvor.

Mankel Brinkmann, Vorsitzender der LiveKomm: „Angesichts der aktuell angespannten Haushaltslage ist die Aufstockung des Festivalförderfonds ein großer Erfolg. Allerdings bedauern wir, dass die große Koalition nur einen Teil der angeschlagenen Livebranche gesehen und die Clubs hier nicht mitgedacht hat. Wir hätten angesichts der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Situation sowie der wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Betriebe den dringend notwendigen Ausbau der Unterstützung begrüßt und sind daher enttäuscht.”

Schallschutz darf ab 2027 kein Experiment mehr bleiben

Das 2024 ins Leben gerufene Schallschutzprogramm wurde bislang nicht für eine nachhaltige Finanzierung vorgesehen. In dessen Rahmen sollen Musikspielstätten in die Lage versetzt werden, bestehende Konflikte mit Anwohnenden zu minimieren. Im Rahmen eines Pilotprojekts, dessen Finanzierung über das Bundesbauministerium zunächst nur bis 2026 gesichert ist, wird demnächst der erste Schritt mit einer Handvoll Clubs und Festivals vollzogen. Die LiveKomm appellierte in den letzten Wochen und Monaten an die Regierungskoalition, die nahtlose Fortsetzung des Programms in den künftigen Haushalten vorzusehen, um Kultur und Wohnen im Sinne einer zeitgemäßen und zukunftsgerichteten Stadtentwicklung besser miteinander in Einklang zu bringen.

Pamela Schobeß, politische Sprecherin der LiveKomm: „Der gezielte Schallschutz für Musikclubs und Festivals muss weiterhin eine zentrale Rolle in den stadtplanerischen Überlegungen von Bund, Ländern und Kommunen spielen. Nach den Entscheidungen der Bereinigungssitzung regen wir an zu prüfen, ob hierfür künftig Mittel aus der bestehenden Städtebauförderung oder anderen Budgets im Bauministerium eingesetzt werden können.“

Die LiveKomm & Friends beim Reeperbahnfestival 2025 – vollständiges Programm

Nachtökonomie und Stadtplanung, Häkken
14:00 – 15:00 Uhr

Moderation:  Julia Staron (Quartiermanagerin)

Speaker*innen:

Dr. Jakob F. Schmid (Stadtplaner & Experte für Nachtökonomie)
Tilo Buchholz (Popbeauftragter der Stadt Freiburg)
Lukas Kaiser (Behörde für Kultur und Medien Hamburg / Referent Elbphilharmonie + Live Music Clubs)
Pamela Schobess (Gretchen (Club in Berlin), LiveMusikKommission e.V. / Vorstandsmitglied)

Die Nachtökonomie ist ein zentraler Motor für Kultur, Stadtentwicklung und internationale Sichtbarkeit Hamburgs. Doch wie lässt sich das Spannungsfeld zwischen Stadtplanung, Anwohnerinteressen, Kulturwirtschaft und Tourismus konstruktiv gestalten? Ausgangspunkt ist die aktuelle Studie zur Nachtökonomie in Hamburg – das Panel diskutiert, wie aus Analysen konkrete Strategien und Maßnahmen für die Stadt entstehen können.

Das Ziel ist es, Best-Practice-Beispiele, politische Perspektiven und lokale Handlungsansätze zusammenzuführen und den Austausch zwischen Verwaltung, Szene und Stadtentwicklung zu fördern.

AG „Clubs 1.000“ der LiveKomm, East Hotel
16:00 – 17:30 Uhr

Im ersten Teil (ca. 30 Minuten) wollen wir euch 5 spannende Elevator Pitches vorstellen – jeweils max. 5 Minuten – von Projekten, Anbieterinnen oder Ideen, die für größere Musikspielstätten von überregionalem Interesse sind (z. B. innovative Veranstaltungskonzepte, neue Technologien, Ticketing- oder Payment-Lösungen, Tools für Besucherinnen-Kommunikation etc.).

Anschließend geht es in den offenen Austausch: Welche Herausforderungen treiben euch aktuell um? Wo gibt es Kooperationspotenzial innerhalb des Netzwerks? Was brauchen große Clubs von der LiveKomm?

Zur inhaltlichen Vorbereitung freuen wir uns auf eure kurze Mitwirkung in folgendem Fragebogen:

Umfrage Clubs 1.000

Good Morning Musikwirtschaft, B2BEERGARDEN
10:00 – 11:30 Uhr

Während das Reeperbahn Festival 2025 so richtig loslegt, laden die Verbände des Forum Musikwirtschaft zum Frühstück ein. Wir möchten Sie bei Kaffee und Croissants treffen und Sie mit Vertreter*innen aus der gesamten Musikwirtschaft, Politik und Medien zusammenbringen. Starten Sie mit uns in den Festival-Donnerstag!“

Anmeldungs-Link:

https://form.jotform.com/250993154534057

Green Touring Tools: Cooprog Music, Infosession, LiveKomm House (Kastanienallee 9)
10:00 – 10:30 Uhr

Speaker*innen:

Jakob Fraisse
Sybille Kornitschky
 
Ein von der jazzahead! Fachmesse & Festival mit entwickeltes „grünes“ Tool macht sich auf den Weg, den Live-Musikmarkt nachhaltig zu verändern und zu verbessern. Musiker:innen aufgepasst: Wir wollen mehr Gigs für euch generieren, auf kleinen und großen Bühnen. Veranstalter:innen aufgepasst: Wir wollen eure Kommunikation untereinander vereinfachen, eure Zusammenarbeit fördern und euch gleichzeitig finanziell entlasten, indem wir euch in ökologisch sinnvolle Touren einbinden. Wir verbinden Netzwerke und machen sie für unsere vielversprechendsten Künstler:innen und Bands in und aus Europa nutzbar. Im Rahmen der Veranstaltung wird das in einem partizipativen Prozess in Kooperation mit Zone Franche und ONDA entwickelte Tool Cooprog Music sowie die jazzahead! Green Touring Initiative vorgestellt. 

Green is the Plan – Nachhaltigkeit als Führungsfrage, Panel, LiveKomm House (Kastanienallee 9)
10:45 bis 11:45 Uhr

Moderation:  Jette Krauss (Projektkoordinatorin Nachhaltigkeit beim Clubkombinat Hamburg e.V.)

Speaker*innen:

Dr. Birte Jung (Greener Fête de la Musique) 
Lena Hansen (Nachhaltigkeitswissenschaftlerin) 
Heike Gronholz (Geschäftsführerin altonale GmbH)

Ob Club, Festival oder Großevent – ökonomische Nachhaltigkeit ist längst zur Schlüsselfrage der Zukunftsfähigkeit in der LiveKultur geworden. Steigende Kosten, neue Förderlogiken, veränderte Erwartungen von Partnern und Publikum sowie ein wachsender Konkurrenzdruck fordern eine strategische Ausrichtung, bei der ökonomische und ökologische Ziele zusammengedacht werden müssen.
Zertifizierungsmodelle spielen dabei eine immer größere Rolle: Sie versprechen Orientierung, Glaubwürdigkeit und besseren Zugang zu Fördermitteln. Gleichzeitig wachsen Druck und Aufwand – denn viele Programme stellen hohe Ansprüche, die in der Realität oft schwer umsetzbar sind. Wie praktikabel sind diese Standards für kleinere und mittlere Veranstaltungsformate? Wie verändert sich unter Zertifizierungsbedingungen der wirtschaftliche Handlungsspielraum?
Dieses Panel diskutiert die ökonomische Dimension nachhaltiger Veranstaltungsplanung – zwischen strategischem Anspruch und praktischer Umsetzung. Im Zentrum stehen Erfahrungen mit Zertifizierungssystemen, ihre betriebswirtschaftlichen Implikationen und die Frage, wie Nachhaltigkeit zum echten Wettbewerbsvorteil werden kann, ohne zur überfordernden Pflichtübung zu geraten.


Re-Connect: Wie Festivals die Gen Z (wieder) erreichen können, Panel, LiveKomm House (Kastanienallee 9)
12:00 bis 13:00 Uhr

Moderation: Catherin Freudenberger (Blacksheep-Festival) 

Speaker*innen:

Emma Wolf (Content Creative)
Rembert Stiewe (Orange Blossom Special Festival)
Doran Martens (Festival Am Waldrand) 

Das Festival als Ort der Begegnung funktioniert nur, wenn alle eingeladen sind – und sich eingeladen fühlen. Doch die Gen Z tickt anders: politischer, fragmentierter, digitaler – und zugleich oft prekarisiert. Wie können Festivals inhaltlich, strukturell und atmosphärisch Räume schaffen, die für junge Menschen wirklich relevant sind?


Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt”(?) – über Kunstfreiheit in Deutschland & politische Einflussnahme, Panel, LiveKomm House (Kastanienallee 9)
13:30 bis 14:30 Uhr

Moderation:  Anna Blaich (2. Vorsitzende Bundesstiftung LiveKultur)

Speaker*innen:

Katja Lucker (GF Initiative Musik gGmbH)
Mankel Brinkmann (1. Vorsitzender LiveMusikKommission e.V.) 


Politisch sein – ja, aber wie, für wen und mit welchem Preis? Die LiveKultur steht zunehmend unter dem Druck gesellschaftlicher und politischer Erwartungshaltungen: Diversität, Inklusion, Haltung zeigen – aber auch Ticketverkäufe sichern, Auflagen erfüllen, Förderrichtlinien einhalten. Die Frage, wie sich das eigene Werteverständnis mit den Anforderungen von Fördermittelgeber:innen, Sponsor:innen und Publikum in Einklang bringen lässt, wird zur zentralen strategischen und ethischen Herausforderung.
Dieses Panel nimmt die Metaebene in den Blick: Es geht um strukturelle Spannungsfelder zwischen Anspruch und Realität, zwischen künstlerischer Freiheit und politischer Positionierung – und um die Frage, wie viel Raum Festivalmacher:innen heute wirklich haben.

„Who Owns the Stage?“ – Machtfragen in der LiveKultur, Panel der Bundesstiftung Livekultur, LiveKomm House (Kastanienallee 9)
15:00 bis 16:00 Uhr

Moderation:  Rike van Kleef (Autorin) 

Speaker*innen:
MINE (Musikerin) 
Ariane Mohr (Head of Booking Reeperbahnfestival, Mentorin) 
Danièle Dondé (Freiberufliche Kulturmanagerin, Mentee) 
Pamela Owusu-Brenyah (Kuratorin & Festival Booker (Freelance)

Festivals und Clubs gelten als Orte des kollektiven Erlebens, der Offenheit, der Vision. Doch wer gestaltet diese Räume wirklich – inhaltlich, ästhetisch, organisatorisch? Und wessen Perspektiven fehlen systematisch?
Dieses Panel öffnet den Blick auf die Bühne als symbolischen wie strukturellen Ort gesellschaftlicher Machtverhältnisse. Es fragt nicht nur, wer auftritt – sondern auch: Wer kuratiert? Wer organisiert? Wer hat Entscheidungsmacht über Sichtbarkeit, Ressourcen, Ästhetik und Atmosphäre? Wer darf scheitern, wer muss sich beweisen? Im Zentrum steht die These: Die Bühne gehört nicht einfach „allen“. Ihre vermeintliche Offenheit basiert auf historisch gewachsenen Ausschlüssen, unsichtbaren Hierarchien und ästhetischen Normen. Die Festivalproduktion und das Clubleben ist ein kulturelles Betriebssystem – und dieses Betriebssystem muss aktualisiert werden, wenn Teilhabe mehr sein soll als Imagepflege. Im Fokus steht das Mentoringprogramm „FLINTA+ in der LiveKultur“ der Bundesstiftung LiveKultur, dass dort ansetzt, wo Veränderung beginnt: bei jenen, die Sichtbarkeit, Räume und neue Narrative gestalten – auf, vor und hinter der Bühne.

Helga Festival Award 2025, Knust
16:00 bis 17:00 Uhr

Der Helga! Festival Award wird seit 2013 im Rahmen des Reeperbahn Festivals vergeben und zeichnet die besten nationalen Festivals des Jahres aus.

Jedes Jahr prämiert eine hochkarätige, mehrköpfige Fachjury die heißesten, kreativsten, lustigsten und blumigsten Festivals der Nation in fünf verschiedenen Kategorien. Auch alle Festivalfans sind gefragt, Teil der Jury zu sein und können im Public Voting jährlich für ihr Lieblingsfestival abstimmen.

In Zusammenarbeit mit HÖME – “Zuhause der Festivalkultur” und dem Reeperbahnfestival ist die LiveKomm Medien-, Kommunikations- und Kompetenzpartnerin.

Hier geht’s zur Anmeldung (Zugang nur mit RBF-Akkreditierung):

https://tickets.infield.live/event/helga-festival-award-2025-zexih5

FLINTA* & Friends by Keychange, MEWEM, Bundes­stiftung LiveKultur, faemm, Music Women* Germany, Bermuda Bar
17:00 bis 20:00 Uhr

Wir sind uns einig: FLINTA* gehören nicht nur auf die Bühne, sondern auch hinter und vor sie – in die Technik, die Produktion, das Booking, die Entscheidungsräume. Doch wer echte Veränderung will, braucht mehr als Sichtbarkeit: Es braucht Austausch, Solidarität, Verbündete – und Räume, in denen wir uns sicher begegnen und gegenseitig stärken können.

Deshalb laden Keychange, MEWEM, die Bundesstiftung Livekultur, faemm und Music Women* Germany während des Reeperbahn Festivals zu einem gemeinsamen Networking-Event ein. Ob ihr euch schon kennt oder zum ersten Mal dabei seid – dieser Abend gehört FLINTA* und ihren Allies: Als Raum für Begegnung, Perspektivwechsel und Verbindung.

Gemeinsam schaffen wir Platz für ehrliche Gespräche, empowernde Impulse und neue Allianzen. Denn viele sehen die Lücken in der Branche längst – lasst uns zusammen daran arbeiten, dass sie geschlossen werden. An den Decks sorgen AZLAY (Festsaal Kreuzberg, Chief Brody & Fusion) und Punani (Mensch Meier, Berlin) für den richtigen Soundtrack des Abends.

Let’s change the system – together.

Reception of Receptions, präsentiert von Future of Festivals, Taubenstraße
18:00 bis 23:00 Uhr

Fünf Stunden. Zehn Festivals. Ein Bus. Eine Rezeption nach der anderen. In 30-Minuten-Slots präsentieren sich Festivals, treffen auf Dienstleisterinnen, Partnerinnen und Fans.

Forum Musikwirtschaft: Together we stand, divided we fall, East Hotel, Amber Room

11:45 bis 12:45 Uhr

Moderation: Kleopatra Tümmler (IMUC)

Speaker*innen:

Mankel Brinkmann (Hush Hush GmbH, 1. Vorsitzender LiveMusikKommission)
Dr. Jonas Haentjes (Edel SE & Co. KGaA / CEO)
Verena Bößmann (Dunstan Music GbR / Mitinhaberin)
Johanna Holthöwer (handwerker promotion e. gmbh / Geschäftsführerin)

Das Ökosystem Musikwirtschaft wächst. Das ist die Kernbotschaft der Studie zur Musikwirtschaft 2024. Keine andere Branche in Deutschland ist enger verzahnt und trägt somit Erfolge, aber auch Risiken gemeinsam. Gleichzeitig ist der Markt im Wandel, was national genauso wie international Konzernstrukturen begünstigt. Vor allem im Live- und Recorded Bereich ist dies sichtbar und der Verlust der kulturellen Vielfalt wird heraufbeschworen. Verbandsübergreifend analysieren wir die aktuellen Entwicklungen und diskutieren Modelle, die das Ökosystem aus klein und groß vital halten können. Was brauchen unabhängige Labels und Veranstaltende, welche Rolle können die Konzerne spielen und welche Stellschrauben hat die Politik, um kreative Strukturen und den „Circle of Live“ langfristig zu stärken? 


Imagine all the people. Was brauchen unsere Leute in der Arbeitsrealität?, Panel des Forums Veranstaltungswirtschaft, EAST Olive & Pepper

13:30 bis 14:30 Uhr

Moderation:
Johannes Everke (BDKV e.V. / Geschäftsführer)

Speaker*innen:
Marion Schöne (Olympiapark München / CEO)
Marcus Pohl (isdv. e.V. / 1. Vorsitzender)
Barbara Loth (Rechtsanwältin für Arbeitsrecht)

„Imagine togetherness“ in den Jobs: wie können wir in der Veranstaltungswirtschaft besser zusammenarbeiten? Welche Hürden bestehen für Diversität und die Integration aller? Braucht es neue Arbeitszeitmodelle und welche Rahmenbedingungen müssen wir für Selbständige schaffen? 

Die Veranstaltungswirtschaft tickt anders – mit besonderen Geschäftsmodellen, unregelmäßigen Einsatzzeiten und viel Projektarbeit. Damit tun sich nicht nur Gesetzgeber und Behörden schwer. Wir durchleuchten, was und wozu sich einiges ändern muss, damit wir rechtssichere Bedingungen schaffen, ein attraktiver Arbeitsmarkt bleiben und neue Talente anziehen können. 


1.800 Festivals. Eine Studie. Was die Festivalstudie über Musik, Publikum und Perspektiven zeigt, East Bacardi Lounge

14.45 Uhr – 15.45 Uhr

Imagine Tog­e­ther­ness: Wie wir die Zukunft der Live­mu­sik sichern: Ein solidarisches Modell zugunsten von Clubs, Künstler*innen und Veranstaltenden Session, East Hotel / Olive + Pepper
16.00 – 17.30 Uhr

Moderation:
Daniel Koch, Freier Journalist

Speaker*innen:
Benjamin Fischer, Frankfurter Allgemeine Zeitung / Wirtschaftsredakteur
Pamela Schobess, Gretchen, LiveKomm / Vorstandsmitglied
Berthold Seliger, Berthold Seliger – Büro für Musik, Texte und Strategien / Geschäftsführer
Carsten Brosda, Hamburger Senat, Senator der Hamburger Behörde für Kultur und Medien
Christopher Annen, Pro Musik / Vorstandsmitglied
Martin Rabanus, MdB, SPD, Sprecher der SPD-Arbeitsgrupper Kultur und Medien
David Schliesing, MdB, Die Linke
Detlef Schwarte, Reeperbahn Festival / Direktor
Karsten Schölermann (DE), Bundesstiftung LiveKultur / Vorstandsmitglied
Felix Grädler, Bundesstiftung LiveKultur, halle02 GmbH
Isabel Roudsarabi, Höme Mitgründerin & Geschäftsführerin @ Höme

Einerseits Superstars, Stadionshows und Spitzenpreise für Konzerttickets. Andererseits Konzertabsagen, Clubsterben und ein Feuerwerk der Nebenkosten – die Geschäftsgrundlage an der Basis der Kultur für Konzerte steht unter massivem Druck.

Dem Vorschlag einer Internet-Steuer folgend, mittels Umverteilung dank einer Ticket-Tax wie in Frankreich auf eine staatliche Regelung zu setzen? Könnte die Verpflichtung einer Abgabe auf Konzerttickets ähnlich wie die Filmabgabe für Kinos das Problem der Ungleichheit beheben? Oder frei nach dem Motto ‚Imagine Togetherness‘ eine neue Idee wagen: Der Live Music Fund Germany. Eine Initiative aus der Branche für die Branche.

Ein Fonds, inspiriert vom britischen Music Venue Trust, der kleine Spielstätten und Festivals, Newcomer:innen und unabhängige Veranstalter:innen absichert – solidarisch co-finanziert von jenen, die vom Boom profitieren.

Eine Gesprächsrunde mit Teilnehmenden aus Politik, Wirtschaft, Veranstalter:innen und Künstler:innen. Zur Debatte steht, wie ein solcher Fonds funktionieren kann, welche Hürden zu nehmen sind – und warum es genau jetzt einen „Circle of Live“ braucht.

Pressemitteilung – Corona-Enquete: Livemusik-Szene braucht im Pandemiefall flächendeckend verlässliche Hilfe

Flickenteppich und komplizierte Abwicklung gefährden auch heute noch Clubs und Festivals

Die LiveKomm, der Bundesverband der Livemusik-Spielstätten, begrüßt den Einsatz einer Corona-Enquete-Kommission ab September. Um für künftige Pandemiefälle gerüstet zu sein, müssen auch Versäumnisse adressiert werden – denn trotz umfangreicher finanzieller Hilfen litten und leiden Venues unter dem behördlichen Flickenteppich in Zuge der Abwicklung.

Die Corona-Pandemie war ein massiver Einschnitt für die Live-Branche – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch strukturell, sozial und psychologisch. Clubs, kleine Konzertbühnen und soziokulturelle Orte waren unter den ersten Einrichtungen, die schließen mussten – und unter den letzten, die wieder ohne Einschränkungen öffnen durften. Die Club-Schließungen, Festival-Absagen und Hilferufe, die wir heute beobachten, sind oft Spätfolgen dieser jahrelangen Belastung.

In der Pandemie konnten Verbände wie die LiveMusikKommission (kurz LiveKomm) als Sprachrohr fungieren und den politischen Dialog intensivieren, um die Anliegen der Kultur zu transportieren. Das war ein Fortschritt. Vielen Musikclubs konnten mit Programmen wie NEUSTART KULTUR über diese schwere Zeit gerettet werden.

Politische Lehren, die aus der Pandemie zu ziehen sind:

  1. Es fehlt nach wie vor ein strukturelles Sicherheitsnetz für private Kulturbetriebe. Hilfen kamen oft zu spät, waren zu bürokratisch oder schlicht nicht auf die Realitäten von nicht-kommerziellen Veranstaltungsbetrieben zugeschnitten.
  2. Einige Bundesländer reagierten relativ schnell und unkompliziert. Die Bearbeitung der Schlussabrechnungen durch die Abwicklungsstellen der Bundesländer erfolgte jedoch höchst unterschiedlich – so entstand eine Ungleichbehandlung der Musikspielstätten. Nicht selten mussten und müssen sich Verwaltungsgerichte in aufwändigen, langwierigen Prozessen damit befassen. Die Unterstützung durch den Staat wurde vielfach herausgestellt, die Rückforderungen stehen weniger im medialen Fokus.

Die sogenannten freiwilligen „Billigkeitsleistungen“ des Staates sahen u.a. ab März/April 2022 sofortige Öffnungspflichten vor. Das Spezifikum von kulturellen Veranstaltungsbetrieben, die nach monatelangem Stillstand ein Live-Programm nicht sofort realisieren können, wird bislang nicht gesehen. 

Zudem wurden in einigen Fällen die Kriterien für die Förderung erst im Nachhinein präzisiert.

  • Es gibt keine Krisenvorsorge für zukünftige Situationen: keine Notfallpläne, keine automatisierten Ausfallfonds, keine abgestimmten Kommunikationswege und keine Hilfsgrenzen. Letztere sollten den höchst unterschiedlichen Bedarfen Rechnung tragen und für Konzerne mit einem Umsatzvolumen von z.B. über 500 Mio. Euro gelten.
  • Die soziale Infrastruktur der Kulturarbeit – also solo-selbstständige Menschen hinter den Kulissen, Technik-Crews, Booker*innen, Awareness-Teams – wurde nicht mitgedacht. Gerade im Vergleich zu antragsstellenden Unternehmen waren die Hilfestellungen für diese Gruppe von Betroffenen mehr als ungenügend.
    Mit dem Arbeitslosengeld II wurden hilfsbedürftige Menschen gebrandmarkt und negativ kategorisiert – mit allen Pflichten.
    Viele haben die Branche verlassen und den Fachkräftemangel verschärft.
  • Es fehlt an verlässlicher politischer Anerkennung: Auch heute, zwei Jahre nach dem Ende der Maßnahmen, kämpfen viele Clubs um existenzsichernde Grundlagen.

Was wünschen wir uns für die Zukunft?

Für den Kultur- und speziell den Clubbereich braucht es:

  • Ein pandemiefestes Förderinstrumentarium, das im Ernstfall greift – ohne monatelanges Warten oder unklare Zuständigkeiten.
  • Rechtssicherheit und Kommunikation: Einheitliche Regelungen, transparente Kriterien, Einbeziehung der Kulturakteure in Entscheidungsprozesse.
  • Nachhaltige Strukturförderung, nicht nur Krisenbewältigung. Wenn wir resiliente Kulturlandschaften wollen, müssen Räume, Personal und Programme langfristig unterstützt werden.
  • Politische Mitgestaltung legitimiert sich durch die Betroffenheit von Entscheidungen: Die Szene hat gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen kann. Dafür sollte ihr auch dauerhaft eine Stimme im politischen Prozess gegeben werden.

In die Arbeit der Enquete-Kommission sollte auch die Perspektive des Kultursektors einfließen. Denn: Die Livekultur ist mehr als nur Nachtleben – sie ist Teil der kulturellen DNA dieses Landes. Wir hoffen, dass die Enquete-Kommission den Mut hat, nicht nur Fehler zu analysieren, sondern auch strukturelle Konsequenzen zu empfehlen.

Pressemitteilung – Rechtsextremismus als Herausforderung für die Live-Branche: LiveKomm und der Bundesverband Mobile Beratung kooperieren

Um zunehmenden rechtsextremistischen Vorfällen zu begegnen, werden gemeinsam Beratungsangebote für Clubs und Festivals entwickelt

Clubs und Festivals verstehen sich als bunte Orte des gesellschaftlichen Miteinanders und der individuellen Freiheit. Gerade deshalb sind sie nicht selten Ziel rechtsextremistischer Angriffe. Wie können Betreiber*innen, Veranstalter*innen ebenso wie das Personal mit Bedrohungslagen und konkreten Übergriffen umgehen? Wie können sie rechte Codes erkennen, Künstler*innen im Grauzonenbereich korrekt einschätzen und notwendige Sicherheits- und Präventionskonzepte entwickeln?

Die LiveKomm, der Bundesverband der Musikspielstätten, setzt sich mit diesen und weiteren Fragen der ihr angeschlossenen Clubs und Festivals zum Thema Rechtsextremismus auseinander. Um künftig auf Expertise bauen zu können, kooperiert der Verband ab sofort mit dem Bundesverband Mobile Beratung (BMB). Der BMB vernetzt rund 50 Mobile Beratungsteams bundesweit, die beim Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Antifeminismus und Verschwörungserzählungen unterstützen.

Im Zuge der Kooperation werden Workshops zu Bedarfsthemen für die Mitglieder der LiveKomm angeboten. Im Rahmen von Veranstaltungen der Musikbranche sind auch öffentliche Einführungs-Workshops zum Thema Rechtsextremismus angedacht. Des Weiteren soll eine gemeinsame Broschüre erarbeiten werden, die Grundlagenwissen zum Thema Rechtsextremismus mit Blick auf die Livebranche vermittelt.

Stimmen zur Kooperation:

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveKomm: „Rechtsradikalismus, sowohl strukturell wie auch individuell, stellt zunehmend ein Problem für unsere Mitglieder dar – das gilt längst nicht nur in Ostdeutschland. Die friedliebende Live-Szene ist ein zu naheliegendes Ziel für Attacken jeder Art. Wir wollen unsere Clubs und Festivals resilienter machen und ihnen Unterstützung bieten.“

Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des BMB: „Seit über 20 Jahren unterstützt Mobile Beratung Menschen, die Haltung zeigen wollen gegen Rechtsextremismus und für Demokratie. Die Teams sind bis ins kleinste Dorf vernetzt, kennen rechtsextreme Akteure vor Ort und entwickeln gemeinsam mit den Beratungsnehmenden Strategien der Gegenwehr. Dieses Wissen möchten wir an die LiveKomm weitergeben – damit sich Festivals, Clubs und Konzerte handlungssicher fühlen, damit Feiern ohne rechtsextreme Störungen gelingt.“

Konzert-Zahlen 2024: Mega-Events boomen, Clubkonzerte stagnieren

Die Bundesstiftung LiveKultur will mit dem innovativen Live Music Fund Germany einen Ausgleich schaffen

Die jüngst von der GEMA veröffentlichten Zahlen zur Konzertlandschaft 2024 liefern auf den ersten Blick ein positives Bild: Über 70 Millionen Besucher*innen bei 250.000 Konzerten bedeuten ein neues Allzeithoch – mehr Menschen als je zuvor haben in Deutschland ein Konzert besucht. Immerhin 63 % der Besucher*innen und somit der größte Teil, nämlich über 44 Millionen besuchten dabei Konzerte in Clubs mit einer Kapazität von bis zu 2.000 Besucher*innen.

Bei genauerem Hinsehen wird jedoch klar: Das Fundament der Livemusik bleibt geschwächt, während Großevents boomen.

„Die Zahlen sind ein Weckruf mit zwei Botschaften: Ja, Livemusik lebt – aber sie wird an der Spitze fetter und an der Basis dünner,“ sagt Felix Grädler, Vorstand der Bundesstiftung LiveKultur sowie der LiveKomm. „Wir brauchen jetzt gemeinschaftliche Modelle wie den Live Music Fund Germany, um das Gleichgewicht im Ökosystem Livemusik wiederherzustellen.“

Clubkonzerte stagnieren – Großevents explodieren

Laut GEMA fanden über 91 % aller Konzerte im Jahr 2024 in Spielstätten mit maximal 500 Besucher*innen statt – das sind rund 228.842 Konzerte. Trotz eines leichten Zuwachses gegenüber 2023 liegt dieses Segment noch immer 5,9 % unter dem Vor-Corona-Niveau von 2019. Gleichzeitig haben Mega-Konzerte mit über 50.000 Besucher*innen um 56 % zugelegt – das stärkste Wachstum aller Größenklassen.

Besonders alarmierend: Im Cluster „bis 500 Besucher*innen“ liegt die durchschnittliche Besuchendenzahl pro Konzert bei nur rund 122 Personen – deutlich unter einer wirtschaftlich tragfähigen Auslastung. Man könnte also auch sagen, dass die Live-Landschaft aus Grassroot-Konzerten besteht, bei denen niemand ausreichend verdient. Das unterstreicht, wie dringend dieser Bereich strukturell gestützt werden muss. Denn ohne kleine Konzerte, mit denen Newcomer zu kommenden Stars heranwachsen, werden auch Großevents künftig weniger werden – der „Circle of Live” wird zerstört.

„Diese Schieflage kann auf Dauer nicht gutgehen. Die Stars von morgen stehen in den Clubs von heute – aber genau dort fehlen die Mittel, um Risiken einzugehen und Newcomer*innen zu fördern,“ so Karsten Schölermann, der Vorsitzende der Bundesstiftung Livekultur.

Neuer Finanzierungsansatz: Der Live Music Fund als Antwort aus der Branche

Die Bundesstiftung LiveKultur arbeitet gemeinsam mit der LiveKomm, dem Bundesverband der Musikspielstätten, und anderen Branchenverbänden und Veranstalter*innen aus der Livemusikbranche an einem freiwilligen Gemeinschaftsfonds – dem Live Music Fund Germany. Er soll u. a. durch kleine Ticketabgaben bei Großkonzerten finanziert werden und gezielt Clubkonzerte, kleine Festivals und Nachwuchstourneen fördern. Dabei wollen v.a. die Ticketing-Anbieter einen Beitrag leisten – das Publikum kann sich optional daran beteiligen.

Wenn 228.000 kleine Konzerte das Rückgrat unserer Musikkultur bilden, brauchen wir eine wirtschaftliche Absicherung dieser Vielfalt. Die großen Player profitieren längst wieder – jetzt ist der Moment, in die Zukunft zu investieren“, erklärt Grädler.

Die Bundesstiftung ruft Politik, Ticketing-Plattformen und große Veranstalter*innen auf, sich am Aufbau des Fonds zu beteiligen. Erfreulich wäre es zudem, wenn sich auch Profiteure des „Live-Boom“, wie die GEMA, die auch dank steigender Erträge im Bereich „Live“ profitiert, am Fonds aktiv beteiligen und somit in den eigenen Nachwuchs investieren würden.

Denn die aktuellen Zahlen zeigen: Wer nur auf die Spitze der Pyramide setzt, riskiert das Fundament der Livemusik in Deutschland.

Hier finden sich die Ergebnisse der GEMA im Detail:

https://www.gema.de/de/aktuelles/song-economy/konzerte-in-deutschland-2024

Weitere Details zum Live Music Fund:

Forderungen der LiveMusikKommission zur Bundestagswahl 2025

Die gegenwärtige Situation von vor allem kleinen bis mittleren Kulturveranstaltenden stellt nicht nur eine kulturelle, sondern auch eine soziale und wirtschaftliche Herausforderung dar. Es erfordert dringend politische Maßnahmen, um diese zentralen Orte der kulturellen Vielfalt und Begegnung zu schützen und zu stärken. Mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl und Legislaturperiode haben wir fünf Kernforderungen an die Politik formuliert.

„Forderungen der LiveMusikKommission zur Bundestagswahl 2025“ weiterlesen

Gemeinsame Stellungnahme: Quellensteuerverfahren nach § 50a EStG müssen zur Entlastung der deutschen Kreativwirtschaft erheblich entbürokratisiert werden

Das aktuelle Quellensteuerverfahren nach §§ 50a, 50c, 50d EStG und der damit verbundene Bürokratieaufwand sowie die unverhältnismäßig langen Bearbeitungszeiten von inzwischen bis zu zwei Jahren haben für die Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschat in Deutschland erhebliche negative wirtschaftliche Auswirkungen und stellen ihre Lizenzgeber im Ausland vor immense Herausforderungen.

Gemeinsame Stellungnahme: Quellensteuerverfahren nach § 50a EStG müssen zur Entlastung der deutschen Kreativwirtschaft erheblich entbürokratisiert werden weiterlesen

Verschärfung des Landesnichtraucherschutzgesetzes benachteiligt willkürlich die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft

Forum Veranstaltungswirtschaft kritisiert die geplante Aufhebung von Ausnahmen bei Kulturveranstaltungen als nicht gerechtfertigt

Baden-Württemberg möchte das Landesnichtraucherschutzgesetz (LNRSchG) überarbeiten und damit verschärfen. Ziel ist es, den Nichtraucherschutz auszuweiten und dabei vor allem bisherige Ausnahmen aufzuheben. Die Verbände des Forum Veranstaltungswirtschaft stellen sich hinter ihren Teilnehmerverband BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft, der in seiner Stellungnahme zur Novellierung diese Überarbeitung kritisiert. Die geplante Gesetzesänderung marginalisiere Rauchende und führe zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen für Veranstaltende, Musikspielstätten und Veranstaltungszentren.

Verschärfung des Landesnichtraucherschutzgesetzes benachteiligt willkürlich die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft weiterlesen

Die Clubkultur leidet: Kostendruck bedroht kulturelle Vielfalt in Deutschland

Bundesweite Erhebung von Branchenzahlen liefert alarmierende Ergebnisse

Der Bundesverband der Musikspielstätten LiveKomm hat gemeinsam mit einigen größeren  Landesverbänden (u. a. Berlin, Hamburg, Köln) in einer Erhebung ein aktuelles Lagebild der Clublandschaft gezeichnet. Die Ergebnisse sind alarmierend: Mehr als die Hälfte der Musikspielstätten hat angegeben, aufgrund des akuten Kostendrucks in den kommenden zwölf Monaten den Betrieb nicht ohne staatliche Unterstützung weiterführen zu können. Damit gerät die Clubkultur als ein Grundpfeiler der Musikbranche insgesamt ins Wanken, denn musikalische Experimente und Auftritte von Nachwuchskünstler:innen sind unter diesen Voraussetzungen nicht mehr finanziell darstellbar.

In ihrem Grußwort zur Nachtkultur-Konferenz „Stadt Nach Acht“ am 24.10. betonte Claudia Roth den kulturellen Wert der Clubkultur für Demokratie und Diversität in Deutschland. Rund eine Woche später zeichnen aktuelle Branchenzahlen der LiveKomm jedoch ein  bedrückendes Bild vom aktuellen Zustand der deutschen Clublandschaft. Für viele Musikspielstätten hängt der Fortbestand als Konzertbühnen für Nachwuchsmusiker:innen am seidenen Faden.

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