LiveKomm zum Referentenentwurf des Städtebaurechts: Reformfortschritt erkennbar – Nachjustierungen erforderlich

Der Reformentwurf des Baugesetzbuches sieht Verbesserungen für Musikclubs u.a. durch eine eigene Klassifikation vor: Erweiterte Zulässigkeiten für neue Clubansiedlungen in urbanen Gebieten, Gewerbe- und Industriegebieten ebenso wie die Abgrenzung von „Vergnügungsstätten“. Die Folgen der Neueinordnung von Clubs sind im Detail jedoch unabsehbar. Ebenso fehlen zentrale Definitionen sowie eine Anpassung von Schallschutzregularien.

Berlin/Hamburg, 29.04.2026 – Die LiveMusikKommission (LiveKomm) begrüßt den vorliegenden Referentenentwurf zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts als wichtigen Schritt zur baurechtlichen Anerkennung von Musikclubs. Gleichzeitig macht der Verband in seiner aktuellen Stellungnahme deutlich: Gegenüber früheren Reformansätzen sind zwar Fortschritte erkennbar – jedoch ist im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch Verbesserungspotenzial vorhanden, um spürbare Wirkungen für Clubs als kulturelle Orte zu erzielen.

Fortschritte gegenüber Ampel-Entwurf – aber weiterhin keine Gleichstellung in Sicht

Bereits in ihrer Pressemeldung von 2024 hatte die LiveKomm davor gewarnt, dass mit der Novellierung des Baurechts Musikclubs als „Kulturorte zweiter Klasse“ behandelt werden. Gleichzeitig entsteht damit weiterhin eine eigenständige Kategorie neben „Anlagen für kulturelle Zwecke“ wie Theatern, Opern oder Konzerthäusern – und damit eine rechtliche Sonderrolle mit bislang unabsehbaren Konsequenzen.

Positiv hebt die LiveKomm hervor, dass mit den geplanten Änderungen erstmals im Bundesbaurecht eine Abgrenzung von Vergnügungsstätten erfolgt und für neue Club-Ansiedlungen verbesserte Gebietszulässigkeiten in urbanen, Gewerbe- und Industriegebieten entstehen.

Mit ihrer Stellungnahme formuliert die LiveKomm in der Reformdebatte jedoch auch erforderliche Anpassungs- und Ergänzungsbedarfe: 

  • Erweiterungen der Gebietszulässigkeiten, insbesondere in Wohngebieten 
  • Aufnahme einer baurechtlichen Definition von Musikclubs und Begriffsschärfungen im Begründungstext 
  • die gesetzliche Verankerung zur Einführung eines Bundes-Club/Kultur-Katasters 

Die LiveKomm kritisiert zudem, dass – anders als vom Ministerium angemerkt – keinerlei flankierende Anpassungen beim Thema Schallschutz erfolgen. Weder enthält der Entwurf etwaige Modernisierung der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) noch ist dafür eine Vorhabenplanung innerhalb der Regierungsfraktionen erkennbar.

„Ohne moderne Lärmschutzregeln wird es keinen wirksamen Bestandsschutz geben“, so Iris Hinze, Vorstandsmitglied und Sprecherin der LiveKomm AG Kulturraumschutz. Der Verband fordert unter anderem eine Unterscheidung im Schutzanspruch zwischen Schlaf- und Aufenthaltsräumen, eigene Bewertung von „Kulturschall“ (insbesondere von verhaltensbezogenen Lärm) statt Gleichsetzung mit Gewerbelärm und verpflichtende Schallschutzmaßnahmen bei Neubauten.

Thore Debor zieht als stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands folgendes Fazit: „Für die Neuansiedlung von Musikclubs zeichnet sich ein Meilenstein ab. Für eine breite Wirksamkeit müssten jedoch noch Anpassungen erfolgen. Zum Schutz vor Verdrängung und Schließungen von bestehenden Musikclubs in deutschen Städten bedarf es weiterhin substanzieller Nachbesserungen.“

Pressemitteilung: LiveKomm und Bundesverband Mobile Beratung veröffentlichen Broschüre „Haltung zeigen“

Unterstützung für Clubs und Festivals im Umgang mit rechtsextremen Einflussversuchen

Die LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm) veröffentlicht gemeinsam mit dem Bundesverband Mobile Beratung e.V. (BMB) die neue Broschüre „Haltung zeigen – Extrem rechte Angriffe auf die Club- und Festivalkultur abwehren“. Die Publikation richtet sich an Veranstaltende, Clubbetreiber*innen und Festivalorganisator*innen und bietet konkrete Handlungsempfehlungen für den Umgang mit rechtsextremen, diskriminierenden und demokratiefeindlichen Entwicklungen im Kulturbereich.

Musikclubs und Festivals sind weit mehr als Orte der Unterhaltung – sie sind zentrale Räume für Begegnung, kulturellen Austausch und demokratische Teilhabe. Studien zeigen, dass ein Großteil der Betreiber*innen bewusst Orte schaffen möchte, die Verständigung ermöglichen und gesellschaftliche Vielfalt abbilden. Gleichzeitig geraten genau diese Räume zunehmend unter Druck: Rechtsextreme Akteur*innen versuchen verstärkt, kulturelle Veranstaltungen zu instrumentalisieren, zu stören oder zu beeinflussen.

Die Broschüre reagiert auf diese Entwicklungen und bündelt erstmals praxisnahes Wissen für die Live-Branche. Sie beleuchtet aktuelle Strategien der extremen Rechten – von gezielten Provokationen über Einschüchterungsversuche bis hin zu politischer Einflussnahme – und zeigt, wie Veranstaltende präventiv handeln und im Ernstfall sicher reagieren können.

Ein besonderer Fokus liegt auf konkreten Maßnahmen: von Leitbildern und Code of Conduct über Awareness-Konzepte und Sicherheitsstrategien bis hin zu rechtlichen Handlungsmöglichkeiten wie Ausschlussklauseln. Ziel ist es, Akteur*innen der Livekultur mehr Handlungssicherheit zu geben und sie in ihrer demokratischen Verantwortung zu stärken. Die Inhalte basieren auf der langjährigen Expertise der Mobilen Beratungsteams, die bundesweit zum Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus beraten.

Die Herausgebenden verstehen die Veröffentlichung als Appell an Politik und Gesellschaft, kulturelle Räume als demokratische Infrastruktur ernst zu nehmen und langfristig zu stärken. Denn wenn Clubs und Festivals unter Druck geraten, steht mehr auf dem Spiel als Kulturangebote – es geht um den Erhalt offener, pluraler Gesellschaftsräume. In diesem Zusammenhang danken LiveKomm und BMB insbesondere Prof. Monika Grütters, Staatsministerin a.D., für ihr Grußwort, in dem sie deutlich vor aktuellen Gefahren insbesondere durch die AfD warnt.

Die Broschüre steht auf den Websites der LiveKomm und des BMB kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Stimmen zur Handreichung:

Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des BMB: „Mobile Beratung unterstützt alle, die mit Rechtsextremismus konfrontiert sind – so auch Clubbetreiber*innen und Festivalorganisator*innen. Unsere rund 200 Mobilen Berater*innen sind bundesweit ansprechbar, beraten kostenfrei und vertraulich und unterstützen Menschen dabei, handlungssicher zu sein. Wir freuen uns, dass die Broschüre nun erstmals Hilfestellungen für die Livemusik-Branche gibt und das Wissen der LiveKomm mit unserem Beratungswissen vereint.

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveKomm: „Clubs und Festivals sind Orte gelebter Demokratie. Hier kommen Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammen – genau das macht unsere Szene so stark. Umso wichtiger ist es, diese Räume aktiv zu schützen. Mit der Broschüre geben wir unseren Mitgliedern und der gesamten Branche konkrete Werkzeuge an die Hand, um sicher, solidarisch und klar gegen rechtsextreme Einflussversuche zu handeln.

LiveKomm warnt vor zunehmender politischer Einflussnahme auf den Kulturbetrieb und betont die Bedeutung der Kunstfreiheit

Der Bundesverband der Musikspielstätten in Deutschland veröffentlicht ein Standpunktpapier zur Wahrung eines demokratischen Grundrechts

Die Kunstfreiheit, garantiert durch Artikel 5 Absatz 3 des Grundgesetzes, ist einer der Grundpfeiler des demokratischen Miteinanders in unserer Gesellschaft.

Die LiveMusikKommission (LiveKomm) sieht die aktuellen Entwicklungen – sei es die Debatte um die Einflussnahme auf die Juryentscheidung beim deutschen Buchhandelspreis innerhalb des BKM, die Streichung von Demokratieprojekten im Bildungsministerium, etwa innerhalb des Projekts “Demokratie Leben,” oder die zutiefst bedenklichen Wahlerfolge der rechtsextremen AfD bei den Landtagswahlen – mit großer Sorge. Wir befürchten, dass Kunst als kritischer Resonanzraum unserer Gesellschaft sowie unabhängige Förderstrukturen durch Übergriffe dieser Art akut gefährdet sind.

Mankel Brinkmann, Erster Vorsitzender der LiveKomm: „Als Branchenverband vertreten wir zahlreiche kleinere Clubs und Festivals – Orte, an denen abseits des Mainstreams neue Perspektiven entstehen und kulturelle Vielfalt gelebt wird. Diese Räume sind unverzichtbar für eine offene Gesellschaft. Kunst braucht Freiheit – und genau diese gerät zunehmend unter Druck, wenn politische Interessen Einfluss auf kulturelle Prozesse nehmen.“

Vor diesem Hintergrund hat die LiveKomm ein Standpunktpapier verabschiedet, das sich grundlegend mit der Freiheit der Kunst und ihrer Wahrung als demokratisches Grundrecht befasst.

Darin fordert der Bundesverband:

  1. Die Stärkung der Unabhängigkeit von Fördergremien: Berufung von Jurys durch Fachverbände und zivilgesellschaftliche Organisationen; Der Grundsatz der Staatsferne ist konsequent einzuhalten
  2. Die Betonung und Verankerung der Kunstfreiheit in allen staatlichen Förderrichtlinien: Ausgestaltung von Förderinstrumenten in der Form, dass politische Einflussnahme ausgeschlossen ist
  3. Die Schaffung eines sicheren rechtlichen Rahmens für politisch positionierte Träger in der freien Kulturszene.
  4. Verlässliche Förderstrukturen für Festivals, Musikclubs und Kulturinitiativen, auch und gerade im ländlichen Raum.
  5. Schutz vor Repressionen und Abwertungen durch politische Akteur*innen – insbesondere dann, wenn Kulturorte gesellschaftliche Debatten aufgreifen oder Position beziehen.  

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveKomm: „Unabhängige Förderstrukturen sind gerade für kleine und mittlere Spielstätten unverzichtbar, um Kunstfreiheit zu sichern und kulturelle Freiräume zu erhalten. Programme wie der Spielstättenpreis APPLAUS und die Förderlinien der Initiative Musik sind für die Szene essenziell. Ihre Vergabe muss unabhängig bleiben – insbesondere durch Jurys, die frei von politischer Einflussnahme besetzt sind. Das gilt auch für Programme wie ‚Demokratie leben‘: Bürgerschaftliches Engagement trägt die Live-Musikkultur maßgeblich. Die Akteur*innen leisten dort Demokratiearbeit, wo öffentliche Unterstützung zu oft ausbleibt oder politisch eingeschränkt wird.“

Das Standpunktpapier findet sich online unter folgendem Link: https://www.livemusikkommission.de/wp-content/uploads/2026/04/Standpunktpapier-Kunstfreiheit_LiveMusikKommission.pdf

Pressemitteilung: LiveKomm ermöglicht Fördermitgliedschaften – BDKV setzt als erstes Fördermitglied ein starkes Auftaktzeichen der Solidarität im Live-Bereich

Unterstützung für eine vitale Livemusikszene

Die deutsche Livemusiklandschaft ist nicht nur vielfältiger Kultur- und Diskursraum, sondern auch ein veritabler Wirtschaftsfaktor. Dazu tragen auch die zahlreichen kleineren Clubs und Festivals hierzulande maßgeblich bei. Die LiveMusikKommission (kurz LiveKomm), der Bundesverband der Musikspielstätten, gibt diesen Orten eine Stimme in Politik und Zivilgesellschaft. Ihre Arbeit wird seit der Gründung von einer kleinen Geschäftsstelle und dem großen ehrenamtlichen Engagement vieler Mitglieder getragen.

Seit dem 1. Februar 2026 haben Unternehmen und Supporter der deutschen Live-Kultur auch unabhängig von einer Verbandsmitgliedschaft die Möglichkeit, die LiveKomm unmittelbar monetär zu unterstützen. Erstes Fördermitglied ist der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft BDKV.

Die LiveKomm vertritt seit 14 Jahren die Interessen der Clubs und Festivals auf Bundesebene und konnte in den vergangenen Jahren zahlreiche Erfolge – das Hilfsprogramm Neustart Kultur in der Folge von Corona und viele weitere Programme zur Club- und Festivalförderung auf Bundesebene, zuletzt etwa die maßgebliche Beteiligung am Bundesschallschutzprogramm – erzielen.

Ab sofort ist es nun möglich, diese wichtige politische Arbeit auch finanziell zu unterstützen und gezielt Wertschätzung zu zeigen. Umso erfreulicher ist es, dass mit dem BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft ein strahlkräftiger Partnerverband als erstes Fördermitglied an die Seite der LiveKomm stellt.

Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV, kommentiert: „Clubs und kleine Festivals sind ein ganz entscheidender Bestandteil des Ökosystems Musikwirtschaft. Sie stehen für eine weltweit einzigartige kulturelle Vielfalt, Labor unserer offenen Gesellschaft und Nährboden für alle großen künstlerischen Karrieren. Entsprechend teilen wir viele Anliegen und Herausforderungen und kämpfen seit Jahren gemeinsam für bessere Rahmenbedingungen. Von der Reform der TA Lärm über flexible Arbeitszeitmodelle bis hin zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit: von unserer Zusammenarbeit profitiert die gesamte Livekultur. Umso mehr freuen wir uns, mit unserer Fördermitgliedschaft nun auch auf struktureller Ebene zusammenzurücken.“

Thore Debor, stellv. Vorsitzender der LiveKomm, ergänzt: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten für Livekultur ist die Fördermitgliedschaft ein starkes Zeichen der Solidarität. Dieser Support unterstreicht auch auf Verbandsebene unser gemeinsames Verständnis des ‚Circle of Live‘.“

Weitere Informationen zur Fördermitgliedschaft und denAktivitäten der LiveKomm unter: https://www.livemusikkommission.de/livekomm-foerdermitgliedschaft

Pressemitteilung: LiveKomm schließt Partnerschaft mit Ticketanbieter Höme

Livekomm Mitglieder erhalten dabei ab sofort während der ersten Vertragslaufzeit einen Rabatt auf die Ticketgebühren bei Höme. Die Partnerschaft soll zudem durch gemeinsame Projekte die Vernetzung der Live-Branche vorantreiben.

“Wir arbeiten schon seit Jahren immer wieder in verschiedenen Branchen-Formaten mit der LiveKomm zusammen. Deshalb ist es für uns genau der richtige Schritt, diese Partner*innenschaft jetzt auch mit einem Angebot für Mitglieder zu verfestigen”, erklärt Höme Mitgründer und Geschäftsführer Jannis Burkardt.

Höme möchte neue Maßstäbe fürs Ticketing setzen. Veranstaltende behalten die volle Kontrolle über ihre Daten, erhalten Marketing Tools – wie eine eigene App oder die Plattform infield.live – und innovative Produkte, wie eine kostenfreie Ticketversicherung. Zudem finanziert Höme mit den Gebühren-Einnahmen innovative und nachhaltige Projekte für die gesamte Eventbranche. “Mit Höme haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, nicht nur ein innovatives Ticketsystem auf den Markt zu bringen, sondern auch die Live-Event-Branche an sich zu unterstützen und voranzubringen. Hier passen unsere Werte perfekt mit denen der LiveKomm zusammen.”

Die LiveMusikKommission, kurz LiveKomm, ist seit ihrer Gründung 2012 eine wichtige Stimme inbesondere der Grassroots-Spielstätten, jener kleinen und mittleren Clubs und Festivals, die mit ihrem Programm den „Circle of Live“ am Leben erhalten, indem sie dafür sorgen, dass Newcomer eine Bühne finden und zu Stars heranreifen können.

Der Verband blickt auf zahlreiche Erfolge zurück, wie z.B. das Corona-Hilfsprogramm Neustart Kultur und viele weitere Förderungen für Clubs und Festivals auf Bundesebene, zuletzt etwa die maßgebliche Beteiligung am Bundesschallschutzprogramm. Politisch ist die LiveKomm u.a. über ein Parlamentarisches Forum im ständigen Austausch mit Regierungs- und Oppositionsparteien.

LiveKomm-Geschäftsführer Christian Ordon ergänzt: “Höme ist in den letzten Jahren ein unverzichtbarer Teil der Livemusiklandschaft geworden, das Team hat mit seiner Expertise und Formaten wie dem Helga-Award oder dem Festival Playground Festivals zusammen- und vorangebracht. Wir freuen uns, künftig gemeinsam Schnittstelle für die Szene sein zu dürfen.”

Alle Infos zur Partnerschaft finden sich auf: www.livemusikkommission.de/hoeme/

LiveKomm Lab @ MusicMatch Dresden

Wer Festivals veranstaltet oder einen Club betreibt, weiß: Es ist Leidenschaft, die einen antreibt – aber es ist Wissen, das einen weiterbringt. Wissen darüber, wie man Räume schafft, in denen sich alle sicher fühlen. Wie man Behörden und Sicherheitskonzepte nicht als Hindernis, sondern als Handwerkszeug begreift. Und wie man eine Generation erreicht, die Festivals liebt – aber auf ihre eigene Art.

Genau dafür gibt es das „1. LiveKomm Lab“. Als Teil der MusicMatch Dresden veranstaltet die LiveKomm am 25. April 2026 einen Workshoptag, der Macherinnen der Live-Musikbranche zusammenbringt – zum Lernen, Diskutieren und Weiterdenken. In drei Workshops mit erfahrenen Expert*innen geht es um Awareness-Konzepte, die wirklich greifen, Sicherheitsplanung, die mehr ist als Pflichterfüllung, und Social-Media-Strategien, die eine neue Generation Festivalfans nachhaltig begeistern. Von 11 bis 18 Uhr – kompakt, konkret und mit viel Raum für den Austausch untereinander.

Das LiveKomm Lab ist für alle LiveKomm-Mitglieder kostenlos.
1. Workshop: 11 Uhr „Bullshit & Bausteine: Wie Awareness garantiert nicht funktioniert“ mit Sarah Saem Bergmann von Act Aware Sarah Saem Bergmann vom Verein Act Aware vermittelt in diesem Workshop die Grundlagen und zentralen Bausteine eines tragfähigen Awareness-Konzepts: Welche Strukturen braucht es? Wer übernimmt Verantwortung? Und wie lässt sich Awareness nachhaltig und glaubwürdig in den Alltag von Festivals, Spielstätten und Veranstaltungen integrieren? Denn zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft oft eine große Lücke. Gut gemeinte Maßnahmen verpuffen, Strukturen fehlen, und echte Schutzwirkung bleibt aus. Sarah gibt daher auch einen ehrlichen Einblick in häufige Fehler und Missverständnisse – und beleuchtet kritisch, welche Ansätze in der Praxis nicht funktionieren und warum. Ein Workshop für alle, die Awareness ernstnehmen und wirksam gestalten möchten – praxisnah, reflektiert und mit konkreten Impulsen für die eigene Arbeit. Über Sarah Saem Bergmann: Sarah Saem Bergmann ist eine engagierte Trainerin, die nachhaltige Konzepte und Prozesseentwickelt, um Mitarbeitende zur Entfaltung ihrer Potenziale zu ermutigen. Mit denSchwerpunkten Resilienz, Selbstfürsorge und Awareness engagiert sie sich seit der Gründung von Act Aware e.V. für diskriminierungsfreie Räume und FLINTA*-Empowerment. Ihre langjährige Expertise bringt sie in Beratungen, Keynotes und Workshops für Events und Organisationen ein. Sie wirkt sie als New Work Coach für eine inklusive Arbeitskultur. Ihr Ansatz: Veränderung von innen nach außen.
2. Workshop: 14 Uhr „Mehr als Absperrband – Sicherheitskonzepte für Festivals“ mit Prof. Thomas Sakschewski Ein Sicherheitskonzept für Festivals klingt nach Bürokratie. Doch wer weiß, wann es wirklich Pflicht ist, was es enthalten muss und was passiert, wenn Behörden ihr Einvernehmen verweigern, ist klar im Vorteil.  Prof. Thomas Sakschewski nimmt in diesem Workshop die entscheidenden Fragen unter die Lupe: Wann ist ein Sicherheitskonzept auch unterhalb der 5.000er-Grenze Pflicht? Was gehört zwingend rein – von Räumungs- über Verkehrs- bis zum Überfüllungskonzept? Und was passiert, wenn eine Behörde ihr Einvernehmen verweigert? Der Fokus liegt klar auf der Perspektive von Festival-Veranstaltenden: praxisnah, konkret und ohne unnötiges Behördendeutsch. Ein Workshop für alle, die wissen wollen, worauf es wirklich ankommt – bevor es zu spät ist. Über Prof. Thomas Sakschewski: Thomas Sakschewski ist Professor für Veranstaltungsmanagement und -technik im Studiengang Theater- und Veranstaltungstechnik und -management und Sprecher des Forschungsverbunds „Sustainable Cities“ an der Berliner Hochschule für Technik. Thomas Sakschewski ist Autor zahlreicher Publikationen im Themenkreis Veranstaltungsmanagement und Sicherheitsplanung. Darunter das mittlerweile in dritter Auflage vorliegende Standardwerk zur Sicherheitsplanung „Sicherheitskonzepte für Veranstaltungen“. Als Mitglied zahlreicher Gremien und Ausschüsse, wie dem Verein zur Förderung der Sicherheit von Großveranstaltungen e.V. (VFSG), dem Arbeitskreis Veranstaltungssicherheit (AGVS), dem AK 1.9.3 zur Einführung von Simulationen (FGSV) oder dem Normenausschuss „Nachhaltige Messe-, Kongress- und Veranstaltungs-Dienstleistungen“ gestaltet er aktiv Regelungen und Richtlinien mit.
3. Workshop: 17 Uhr „Bridging the Gap: Wie erreichen Festivals die GEN-Z?“ mit Emma Wolf Festivals leben von ihrer Community – doch wie erreicht man die Generation Z, die nicht nur Tickets kaufen, sondern auch begeisterte Botschafter*innen werden soll? Sie sind digital affin, haben klare Erwartungen und wollen vor allem eines: ein unvergessliches Erlebnis teilen. In diesem Workshop mit Emma Wolf zeigen wir, wie Festivalmacher*innen und Clubbetreibende die Gen-Z gezielt ansprechen und langfristig begeistern. Welche Kanäle nutzen junge Festivalbesucher*innen? Wie setzt man TikTok und Instagram effektiv ein – von viralen Challenges über interaktive Stories bis hin zu User-Generated-Content? Dazu werfen wir einen genauen Blick auf die Zielgruppe: Was bewegt die Gen-Z, wie tickt sie – und wie spricht man ihre Sprache? Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, die nicht nur kurzfristig Tickets verkaufen, sondern langfristig eine treue Community aufbauen. Mit Best-Practice-Beispielen aus der Festivalbranche und praktischen Tipps, die sich direkt umsetzen lassen, machen wir die Theorie greifbar – und diskutieren gemeinsam, wie eine Social-Media-Strategie aussieht, die junge Festivalfans wirklich begeistert. Über Emma Wolf: Emma Wolf ist Content Creatorin und Social Media Managerin mit Schwerpunkt auf Festivals und Musikveranstaltungen. Ihren Einstieg fand sie über die Festivalfotografie, heute entwickelt und produziert sie authentischen Content, der sowohl das Publikum als auch das Branding von Festivals verbindet. Sie arbeitet remote für ein Festival im Social Media Management, begleitet das Campusfestival Konstanz seit mehreren Jahren fotografisch und wird regelmäßig von Festivals eingeladen, um Inhalte vor Ort zu erstellen. Sie bringt dabei ein besonderes Gespür dafür mit, Menschen und Momente so einzufangen, dass Nähe, Gemeinschaft und Relevanz spürbar werden. Als Teil der Gen Z verbindet sie persönliche Festivalerfahrung mit digitaler Expertise und schafft Content, der authentisch wirkt und zugleich strategisch eingesetzt werden kann.
ANMELDUNG
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Festivals Aktuell – Social Media-Workshop Experts – “BRIDGING THE GAP: WIE ERREICHEN FESTIVALS DIE GEN-Z?”

AUCH FÜR CLUBS GEEIGNET!

Montag, 23.02.2026, 19 bis 20:45 Uhr – Online

– Kostenpflichtig (20 Euro für Livekomm-Mitglieder / 30 Euro für Nicht-Mitglieder) –

Liebe Festivalveranstalter*innen, liebe Interessierte,

Festivals leben, ebenso wie Clubs, von ihrer Community – doch wie erreicht man die Generation Z, die nicht nur Tickets kaufen, sondern auch begeisterte Botschafter*innen werden soll? Sie sind digital affin, schnelllebig und haben klare Erwartungen: Sie wollen unterhalten werden, sich mit Gleichgesinnten vernetzen und vor allem – ein unvergessliches Erlebnis teilen. Doch wie schafft man es, sie nicht nur zu erreichen, sondern auch langfristig zu begeistern?

In diesem Workshop mit Emma Wolf zeigen wir Festivalmacher*innen und Clubbetreibenden, wie sie die Gen-Z gezielt ansprechen und für ihr Festival gewinnen. Wir starten mit den wichtigsten Social-Media-Plattformen: Welche Kanäle nutzen junge Festivalbesucher*innen? Wie setzt man TikTok, Instagram effektiv ein, um Aufmerksamkeit zu generieren und Vorfreude zu wecken? Von viralen Challenges über interaktive Stories bis hin zu User-Generated-Content – wir schauen uns an, was wirklich funktioniert.

Dann widmen wir uns der Zielgruppenansprache: Was macht die Gen-Z aus? Wie tickt sie, was bewegt sie, und wie kann man ihre Sprache sprechen? Wir analysieren ihre Vorlieben – von kurzweiligen, visuellen Inhalten bis hin zu ihrem Wunsch nach echter Teilhabe – und entwickeln Strategien, die nicht nur kurzfristig Tickets verkaufen, sondern langfristig eine treue Community aufbauen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Festivalkommunikation: Wie schafft man es, dass junge Besucher*innen nicht nur kommen, sondern auch bleiben – und das Festival weiterempfehlen? Wie gestaltet man Inhalte, die nicht nur gesehen, sondern auch geteilt werden? Und wie nutzt man Social Media, um das Festivalerlebnis schon vorab erlebbar zu machen?

Mit Best-Practice-Beispielen aus der Festivalbranche und interaktiven Übungen machen wir die Theorie greifbar. Ihr erhaltet praktische Tipps, die ihr direkt umsetzen können, und wir diskutieren gemeinsam, wie ihr eure Social-Media-Strategie so gestalten, dass sie junge Festivalfans begeistert.

Programmplan: 

19:00 Uhr: Get In & Begrüßung

19:05 Uhr: Social Media-Workshop mit Emma Wolf

20:30 Uhr: Offene Fragen / Austausch

20:45 Uhr: Ende

Der Workshop findet online statt. Der Workshop ist Teil der Experts-Reihe und damit kostenpflichtig.

LiveKomm-Mitglieder zahlen 20 Euro. Nicht-Mitglieder zahlen 30 Euro.

Tickets für den Workshop erhaltet ihr hier:

Weiterleitung zu https://livekomm.stager.co/shop/default/events/111622581

Solltet ihr noch kein Livekomm-Mitglied sein würden wir uns natürlich freuen, wenn ihr das Netzwerk mit einer Mitgliedschaft unterstützt. Den Antrag auf Mitgliedschaft findet ihr hier: https://www.livemusikkommission.de/mitglieder-2/mitglieder/ 

Dieses Projekt wird gefördert durch die Initiative Musik aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Pressemitteilung: Neues Förderprogramm für Schallschutz bei Clubs und Festivals – Livekultur ohne Lärmbeschwerden

Mit dem Bundesschallschutzprogramm startet im Januar 2026 erstmals ein bundesweites Pilotprogramm für besseren Schallschutz bei Musikclubs und Festivals. Spielstätten, die aufgrund von Lärmbeschwerden von einer Schließung bedroht sind, erhalten Unterstützung bei der Umsetzung von Schallschutzmaßnahmen. Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) stellt dafür 3 Mio. Euro bereit. Die fachliche Umsetzung übernimmt die Initiative Musik und wird dabei unterstützt durch die LiveMusikKommission.

Clubs und Festivals geraten zunehmend durch Lärmbeschwerden unter Druck – insbesondere in dicht bebauten Stadtgebieten, in denen die Folgen der Nachverdichtung besonders spürbar sind. Notwendige Schallschutzmaßnahmen wie verbesserte Dämmung und Noise-Cancelling-Lösungen sowie moderierte Dialogformate zwischen Veranstaltenden und Nachbarschaft können Abhilfe schaffen, sind jedoch häufig kostenintensiv. Viele Kultureinrichtungen stehen angesichts stark steigender Gesamtkosten vor enormen finanziellen Herausforderungen und können diese notwendigen Investitionen kaum noch stemmen.

Modellprojekt unterstützt den Schallschutz

Um die Situation zu verbessern, startet die Bundesregierung im kommenden Jahr ein Modellprojekt, das Clubs und Festivals gezielt beim Ausbau ihres Schallschutzes unterstützt. Im Rahmen der Pilotrunde werden Musikclubs mit einer Kapazität von bis zu 2.000 Besucher:innen sowie Festivals unterstützt, die aufgrund erheblicher Lärmbeschwerden besonders stark von einer Schließung bedroht sind oder deren Durchführung gefährdet ist. Für die Vorauswahl wird die Expertise von Verbänden und Netzwerken der Livemusikbranche herangezogen. Anschließend empfiehlt eine überwiegend fachlich besetzte Jury aus dieser Vorauswahl, welche Projekte gefördert werden sollten.

Details zum Programm und zum Auswahlverfahren werden zum Programmstart im Januar auf der Website der Initiative Musik veröffentlicht.

Dringender Handlungsbedarf für Schallschutz in der Livekultur

Verena Hubertz, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, sagt: „Ohne Kultur ist unsere Gesellschaft ärmer. Und Musik als Teil davon berührt uns und verbindet, gerade in Zeiten, in denen ein Miteinander wichtig ist. Doch diese Kraft kann Musik nur entfalten, wenn sie genug Raum bekommt. Nicht im luftleeren Raum, sondern mitten in einer lebendigen Gemeinschaft. Damit das gelingt, brauchen wir guten Schallschutz. Denn was für die einen ein unvergesslicher Abend ist, darf für die anderen nicht zur Belastung werden. Besonders dort, wo Clubs mitten in unseren Städten pulsieren oder Festivals über mehrere Tage dauern, müssen Kultur und Zusammenleben Hand in Hand gehen.

Wir zeigen mit neuen, innovativen Ansätzen, dass genau dieses Miteinander möglich ist: Dass Musikorte bestehen bleiben können, ohne dass Anwohnerinnen und Anwohner darunter leiden und dass lebenswerte, nachverdichtete Quartiere trotzdem weiter wachsen können. Deshalb haben wir ein Pilotprogramm auf den Weg gebracht, das ausgewählte Musikclubs und Festivals unterstützt, die ohne besseren Schallschutz vor dem Aus stehen. So stärken wir nicht nur die Kultur, sondern auch das Vertrauen, dass gemeinsames Leben in der Stadt gelingt, wenn man mutig neue Wege geht“

Katja Lucker, Geschäftsführerin der Initiative Musik, betont: „Musikclubs und Festivals sind lebendige Orte, an denen Gemeinschaft entsteht und Kultur erfahrbar wird. Doch ohne wirksamen Schallschutz stehen viele von ihnen auf dem Spiel. Mit dieser Förderung setzen wir ein Zeichen dafür, dass wir diese Räume erhalten und ihre Zukunft sichern wollen.“

Christian Ordon, Geschäftsführer der LiveMusikKommission, sagt: „Mit dem Pilotprogramm können wir endlich ein drängendes Problem der Livelandschaft auf Bundesebene angehen. Unsere Mitgliederbefragungen zeigen regelmäßig großen Bedarf im Bereich Schallschutz, sodass wir davon ausgehen, dass der Andrang hoch sein wird und eine Verstetigung und ein Ausbau des Programms im Anschluss an die Pilotphase naheliegend.“

LiveKomm & Friends bei der Stadt Nach Acht + Future of Festivals 2025

PROGRAMM STADT NACH ACHT
DONNERSTAG, 27. NOVEMBER
Nacht Konsil: Gütesiegel für das NachtlebenWelche Voraussetzungen sind für die Entwicklung des Nachtlebens in der Stadt notwendig?
Cassiopeia unten, 11:30 – 13:00 Uhr

Wie ist die aktuelle Situation in Deutschland und wie setzen deutsche Städte beispielsweise Nachtlebenbeauftragte ein? Was ist notwendig, um das Nachtleben ganzheitlich weiterzuentwickeln? Welche Strukturen wären dafür noch erforderlich? Und wie kann eine Auszeichnung wie die Purpurfahne die Entwicklung des Nachtlebens unterstützen? Nacht Konsil ist die Interessengemeinschaft der Nachtlebenbeauftragten in deutschen Städten und Gemeinden. 

Fair Play: Wer finanziert die Zukunft der Livemusik? 
Cassiopeia oben, 11:30 – 13:00 Uhr

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Politiker, Künstler und die wichtigsten Akteure der Branche künftig zusammenarbeiten können, um die langfristige Zukunft der Live-Musikkultur zu sichern. Während kleine Clubs, unabhängige Veranstalter und Nachwuchskünstler zunehmend unter Druck geraten, wächst der Musikmarkt auf der Seite der großen Acts und Konzerne. 

Digital Venue Revolution – präsentiert von der LiveKomm
Cassiopeia unten, 14:00 – 15:30 Uhr

In Zeiten von steigenden Betriebskosten, knappen Ressourcen und Fachkräftemangel brauchen Kulturorte mehr als gute Absichten – sie brauchen Lösungen, die entlasten und Wirkung entfalten. Dieses Panel zeigt, wie digitale Gebäudetechnik und Smart Home längst Teil der ökonomischen und ökologischen Transformation im Nachtleben sind. Denn digitale Gebäudetechnik ist keine Zukunftsmusik – sie ist ein strategisches Werkzeug für wirtschaftliche Stabilität, ökologische Verantwortung und mehr Freiraum für Kulturarbeit.Wir bringen Praxis und Industrie an einen Tisch und stellen beeindruckende Lösungen vor, die mit smarter Steuerung deutlich Energie, Zeit und Personal sparen – und Kulturorte resilienter machen.Am Abend führt eine Exkursion über die Dächer Berlins in den Klunkerkranich – mit Live-Einblick ins die smarte Steuerung des Clubs, Raum für Fragen und bestem Ausblick: https://2025.stadt-nach-acht.de/events/excursion-digital-venue-revolution/ 

»Kulturschutzgebiete« – Clubs als Kulturorte sichern – präsentiert von der LiveKomm
Cassiopeia oben,14:00 – 15:30 Uhr

Der Begriff „Kulturschutzgebiete“ taucht erstmals im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD auf. Die Idee ist, Musikclubs als Kulturstätten baurechtlich zu schützen – ähnlich wie dies bereits bei denkmalgeschützten Gebäuden und im Naturschutz der Fall ist. Die Stadt Köln hat mit ihrem Plan, in Ehrenfeld eine Kulturdenkmalzone einzurichten, den ersten Schritt getan… 

Nur für geladene Personen: Parlamentarisches Forum der LiveKomm zur Club- und Festivalkultur
House of Music,18:00 – 20:00 Uhr

Die LiveKomm diskutiert mit Vertreter*innen aus Politik, Club- und Festivalkultur über den aktuellen Stand politischer Initiativen für den Nachtleben- und Festivalsektor sowie über die zentralen Bedarfe und Herausforderungen der kommenden Jahre. 

FREITAG, 28. NOVEMBER
Zwischen Vielfalt und Krise: Festivals in Deutschland und Frankreich im Vergleich
Lokschuppen, 11:30 – 13:00 Uhr

Präsentation und Podiumsdiskussion zur brandneuen Festivalstudie der Bundesstiftung Livekultur. Mit einem Vergleich zur Lage der Festivals in Frankreich.
 
Nacht Konsil: Die Bubbles in der Bubble
Cassiopeia unten, 11:30 – 13:00 Uhr

Wo ist der gemeinsame Nenner der Nachtkultur? 

Changeover – Wie können Nachfolgeregelungen in Spielstätten geregelt werden?Lokschuppen Hybrid Floor, 11:30 – 13:00 Uhr

Auch in der Musikbranche geht die Babyboomer-Generation in den Ruhestand. Diese Podiumsdiskussion befasst sich mit der Frage, was bei einem Führungswechsel zu beachten ist und welche externen Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.
PROGRAMM FUTURE OF FESTIVALS

DONNERSTAG, 27. NOVEMBER
The Circle of Live – Wie wir die Zukunft der Livemusik finanzieren
Satellite Events, 15:30 – 16:00 Uhr

Während Ticketpreise für Superstars und große Festivals explodieren, kämpfen kleine Clubs und Festivals ums Überleben. Der Live Music Fund Germany will das ändern – durch Solidarität statt Subvention. Felix Grädler, Initiator und Vorstand der Bundesstiftung Livekultur, stellt das neue Modell vor: Ein Fonds aus freiwilligen Beiträgen von Ticketkäufer:innen, Veranstalter:innen und Profiteuren des Booms, der Künstler:innen-Nachwuchs, Clubs, kleine Festivals und nachhaltige Strukturen fördert. Eine Keynote über Verantwortung in der Musikbranche, Zusammenhalt – und warum die Stars von heute die Stars von morgen finanzieren sollten. 

FREITAG, 28. NOVEMBER
Smart Home, Smart Festival
360 Grad Theater, 11:40 – 12:10 Uhr

Zukunft feiern, als gäbe es ein Morgen – in diesem Impulsvortrag erfährst du in 20 Minuten, wie smarte Sensorik und Automatisierung Ressourcen sparen, Kosten senken und dein Team entlasten kann. Anhand von Praxisbeispielen des Fusion-Festivals und mehreren Clubs zeigen wir, wie Sensor-Netze und Open-Source-Lösungen Abläufe smarter machen – von Logistik über Infrastruktur bis Energiemanagement. Zum Abschluss gibt’s einen Blick auf lokale, datenschutzfreundliche KI-Tools. 

Die Festivalstudie 2025 – Einblicke in die deutsche Festivallandschaft
360 Grad Theater, 16:00 – 16:45 Uhr

Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum präs. „Die Festivalstudie 2025“

Im September 2025 wurde mit der „Musikfestivals in Deutschland“-Studie die bisher umfangreichste, genreübergreifende Datenerhebung zur deutschen Festivallandschaft veröffentlicht. Die Studie entstand in Zusammenarbeit von Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum. In dieser Keynote präsentieren wir die zentralen Ergebnisse der Studie: von ökonomischen und kulturellen über ökologische bis hin zu sozialen Aspekten der Festivals. Im Anschluss lädt die Initiative Musik euch herzlich zu einem Prosecco am Stand von Tante Frizzante ein, um offene Fragen zu beantworten und in den Austausch zu gehen. 

Jetzt gib halt mal den Staffelstab ab! 
Campus Stage, 16:15 – 17:15 Uhr

Wie gelingt der Generationenwechsel in der Festivalbranche – und was bedeutet überhaupt „Übergabe“? Dieses Panel diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen entstehen, wenn erfahrene Festivalmacher:innen Verantwortung abgeben und neue Macher:innen übernehmen. Wir sprechen über mögliche Spannungsfelder zwischen Tradition und Veränderung, über Leidenschaft und darüber, was ehrenamtliche und privatwirtschaftliche Strukturen in diesem Bereich voneinander lernen könnten.

Smart Home, Smart Festival
360 Grad Theater, 11:40 – 12:10 Uhr

Zukunft feiern, als gäbe es ein Morgen – in diesem Impulsvortrag erfährst du in 20 Minuten, wie smarte Sensorik und Automatisierung Ressourcen sparen, Kosten senken und dein Team entlasten kann. Anhand von Praxisbeispielen des Fusion-Festivals und mehreren Clubs zeigen wir, wie Sensor-Netze und Open-Source-Lösungen Abläufe smarter machen – von Logistik über Infrastruktur bis Energiemanagement. Zum Abschluss gibt’s einen Blick auf lokale, datenschutzfreundliche KI-Tools. 

Die Festivalstudie 2025 – Einblicke in die deutsche Festivallandschaft
360 Grad Theater, 16:00 – 16:45 Uhr

Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum präs. „Die Festivalstudie 2025“

Im September 2025 wurde mit der „Musikfestivals in Deutschland“-Studie die bisher umfangreichste, genreübergreifende Datenerhebung zur deutschen Festivallandschaft veröffentlicht. Die Studie entstand in Zusammenarbeit von Initiative Musik, Bundesstiftung Livekultur und dem Deutschen Musikinformationszentrum. In dieser Keynote präsentieren wir die zentralen Ergebnisse der Studie: von ökonomischen und kulturellen über ökologische bis hin zu sozialen Aspekten der Festivals. Im Anschluss lädt die Initiative Musik euch herzlich zu einem Prosecco am Stand von Tante Frizzante ein, um offene Fragen zu beantworten und in den Austausch zu gehen. 

Jetzt gib halt mal den Staffelstab ab! 
Campus Stage, 16:15 – 17:15 Uhr

Wie gelingt der Generationenwechsel in der Festivalbranche – und was bedeutet überhaupt „Übergabe“? Dieses Panel diskutiert, welche Chancen und Herausforderungen entstehen, wenn erfahrene Festivalmacher:innen Verantwortung abgeben und neue Macher:innen übernehmen. Wir sprechen über mögliche Spannungsfelder zwischen Tradition und Veränderung, über Leidenschaft und darüber, was ehrenamtliche und privatwirtschaftliche Strukturen in diesem Bereich voneinander lernen könnten.

Pressemitteilung – Kulturhaushalt 2026: Mehr Förderung für Festivals, kein Lichtblick für Clubs

Der Festivalförderfonds wird aufgestockt, die Clubs dagegen nicht berücksichtigt

In der Bereinigungssitzung zum Bundeshaushalt 2026 lag den Koalitionären nach eigener Aussage die freie Szene „besonders am Herzen“. Die LiveMusikKommission (kurz LiveKomm) begrüßt als Bundesverband der Musikspielstätten die beschlossene Aufstockung des Festivalförderfonds, ist jedoch in großer Sorge über die mangelnde Finanzierung der Clublandschaft. Die aktuelle Verbandserhebung der LiveKomm aus dem Herbst 2025 bestätigt das bestehende Meinungsbild und zeigt, dass die zunehmend existenziell bedrohlichen Kostenentwicklungen für die Kulturbetriebe kritische Zustände erreichen.

Mit dem Bundeshaushalt 2026 wurde eine Aufstockung des Festivalförderfonds um zusätzliche zwei Millionen Euro beschlossen. Diese Maßnahme ist aus Sicht der Liveszene dankenswert und notwendig, denn der Fonds hilft dabei, die breite und vielfältige Festivallandschaft finanziell aufzufangen. Angesichts großer Belastungen, insbesondere bei den Produktionskosten, ist diese Verdopplung ein Segen.

Jedoch leiden die knapp 2.000 Musikclubs in Deutschland unter den gleichen Kostenentwicklungen. Die LiveKomm hatte in den Gesprächen im politischen Raum vielmals auf die massive Überzeichnung der bisherigen Clubförderprogramme bei der Initiative Musik hingewiesen, welche für die Jahre 2024/2025 mit insgesamt lediglich 1,9 Millionen Euro ausgestattet waren.

In den letzten Jahren meldeten die LiveKomm-Mitglieder beständig außerordentliche Preissteigerungen in praktisch allen betrieblichen Bereichen – seien es Mieten, Security- oder Energiekosten. So geben im aktuellen Club- und Festival-Monitoring des Verbands 64 % der Musikspielstätten an, stark unter den Kostenentwicklungen zu leiden.

Die Hälfte der Clubs (51 %) muss aus wirtschaftlichen Gründen Veranstaltungen absagen.

Unter diesen Vorzeichen ist es wenig verwunderlich, dass ein großer Teil der Musikspielstätten im Zuge der Erhebung angab, künftig nicht auf Fördergelder verzichten zu können: In den kommenden zwölf Monaten brauchen 70 % von ihnen staatliche Fördermittel, um ihren Betrieb zu halten.

Clubs und Festivals sind Begegnungsstätten und mit ihrem vielfältigen Publikum und Künstler*innen Orte gelebter Demokratie. Gerade angesichts des Erstarkens rechtsextremer Strömungen in Deutschland sind sie derzeit wichtiger als je zuvor.

Mankel Brinkmann, Vorsitzender der LiveKomm: „Angesichts der aktuell angespannten Haushaltslage ist die Aufstockung des Festivalförderfonds ein großer Erfolg. Allerdings bedauern wir, dass die große Koalition nur einen Teil der angeschlagenen Livebranche gesehen und die Clubs hier nicht mitgedacht hat. Wir hätten angesichts der gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Situation sowie der wirtschaftlichen Herausforderungen unserer Betriebe den dringend notwendigen Ausbau der Unterstützung begrüßt und sind daher enttäuscht.”

Schallschutz darf ab 2027 kein Experiment mehr bleiben

Das 2024 ins Leben gerufene Schallschutzprogramm wurde bislang nicht für eine nachhaltige Finanzierung vorgesehen. In dessen Rahmen sollen Musikspielstätten in die Lage versetzt werden, bestehende Konflikte mit Anwohnenden zu minimieren. Im Rahmen eines Pilotprojekts, dessen Finanzierung über das Bundesbauministerium zunächst nur bis 2026 gesichert ist, wird demnächst der erste Schritt mit einer Handvoll Clubs und Festivals vollzogen. Die LiveKomm appellierte in den letzten Wochen und Monaten an die Regierungskoalition, die nahtlose Fortsetzung des Programms in den künftigen Haushalten vorzusehen, um Kultur und Wohnen im Sinne einer zeitgemäßen und zukunftsgerichteten Stadtentwicklung besser miteinander in Einklang zu bringen.

Pamela Schobeß, politische Sprecherin der LiveKomm: „Der gezielte Schallschutz für Musikclubs und Festivals muss weiterhin eine zentrale Rolle in den stadtplanerischen Überlegungen von Bund, Ländern und Kommunen spielen. Nach den Entscheidungen der Bereinigungssitzung regen wir an zu prüfen, ob hierfür künftig Mittel aus der bestehenden Städtebauförderung oder anderen Budgets im Bauministerium eingesetzt werden können.“