ROTE LISTE

Seien es Miethaie und Spekulanten, der Kampf gegen die Windmühlen der Bürokratie oder Beschwerden seitens der Anwohner…. Die Liste der Gründe wodurch ein Clubbetreiber ins Wanken kommen kann ist lang. Der tagtägliche Umgang mit diesen Problemen ist ermüdend und kann bis hin zur Existenzlosigkeit führen. Die Medien berichten immer mal wieder vom „Clubsterben“. Die Namen der betroffenen Clubs lesen sich wie das Who-is-Who der legendären Livemusik-Clubs Deutschlands. Doch haben wir es tatsächlich mit einem bundesweiten „Clubsterben“ zu tun? Welches sind häufige Ursachen für eine Clubschließung? Mit diesen und weiteren Fragen beschäftigt sich die LiveKomm Arbeitsgruppe „Clubs in Not“, die sich auf dem Reeperbahn Festival 2013 zusammenfand. Es entstand die Idee, die ROTE LISTE der bedrohten Clubs in Deutschland zu erstellen und eine Dokumentation zu beginnen.

Das Prinzip ist ähnlich dem, wie es bereits im Naturschutz umgesetzt wird. Die ROTE LISTE soll den vielfältigen Gefährdungsstatus der Musikspielstätten, innerhalb der deutschen Clublandschaft dokumentieren und aufzeigen, wie diese aufgestellt ist.

Bereits auf der ROTEN LISTE der bedrohten Clubs sind:

Kantine Augsburg (Augsburg)
Livemusik-Club mit ca.100 Veranstaltungen im Jahr.
Der Club existiert bereits seit 2002 und hat 51 Mitarbeiter (31 fest/20 frei)
Bedroht durch: Beendung des Mietvertrags. Das Gebäude soll für den Wohnungsbau abgerissen werden
Auf der Liste seit: Mai 2014
www.musikkantine.de

Alte Zuckerfabrik (Rostock)
Livemusik-Club mit ca. 100 Veranstaltungen pro Jahr.
Der Club existiert seit 2006 und hat 8 Mitarbeiter (4 fest/4 frei).
Bedroht durch: politische Interessen, Behördenterror, Anwohnerprobleme
Auf der Liste seit: Januar 2014
www.altezuckerfabrik.de
Online Petition auf change.org zum Erhalt der Alten Zuckerfabrik

Stellwerk Hamburg (Hamburg)
Der Club existiert bereits seit 2005 und beschäftigt ca. 27 Mitarbeiter
(18 festangestellt/ 9 freiberuflich und eine Viehlzahl an ehrenamtlich Engagierten).
Ca. 150 Musikveranstaltungen pro Jahr.
Hamburger Club Award Gewinner 2013.
Bedroht durch: „Probleme mit Vermietung und Nachbarn“
www.stellwerk-hamburg.de

Aufnahmeantrag für die ROTE LISTE

Den ausgefüllten Antrag sendet bitte an info@livekomm.org oder via Fax an 040 – 2351 8885. Sobald die Unterlagen vorliegen, werden die betroffenen Spielstätten auf dieser Seite veröffentlicht.

Von der Liste wieder heruntergeschafft haben es:

Molotow (Hamburg)
Erläuterung: Nach dem Auszug aus den inzwischen abgerissenen Esso-Häusern und einer Exil-Lösung in der Holstenstr. konnte das Molotow – auch dank der Unterstützung des Bezirks – in den ehemaligen Räumen der China-Lounge ein neues Domizil finden. Mit der Rückkehr auf die Reeperbahn ist die Hoffnung verbunden, das Erfolgsrezept von Live-Musik und Rotlichtviertel fortzuführen zu können.

Hasenschaukel (Hamburg)
Nach einem erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne und dem Einschlag einer breiten Sympathiewelle konnte das Hasenschaukel-Team nach einer Sommerpause mit Umbau und Konzeptererweiterung Energie für einen neuen Anlauf finden.

LUXOR (Köln)
Der Club hat es in den letzten 2 Jahren geschafft sich konzptionell zu verändern, was zu einer solideren wirtschaftlicheren Situation führte. Das Luxor ist nun nicht mehr existenziell bedroht.

Presseberichte zum Thema:

Club-Sterben: Nachtclubs – wo seid ihr denn alle hin? (08.04.2016)

Das Kölner Clubsterben scheint nicht aufzuhalten zu sein  (03.03.2016)

Droht das große Clubsterben auf dem Kiez? (04.02.2016)

Ist das Clubsterben in Hamburg kein Thema mehr? (18.01.2016)

Clubsterben – Hamburg immer anders! (25.09.2015) Video

CLUBSTERBEN – DANCING ON MY OWN (24.09.2015) Radiobeitrag

Debatte um Clubsterben in Berlin Ein Club, der über Jahrzehnte existiert, hat etwas falsch gemacht (19.09.2015)

Ruhet in Stille: das Sterben der Pforzheimer Musikclubs – Pforzheimer Zeitung (21.03.2014)

Club in Mitte macht dicht – Klappe zu, KingKongKlub tot -Berliner Zeitung(12.03.2014)

MeierMusic Hall schließt – Braunschweiger Zeitung (12.03.2014)

Clubs in München – Der Glitzervorhang fällt (05.03.2014)

Ein Aufschrei ab und zu hilft nicht. Interview mit Popbüroleiter Peter James über das Clubsterben in Stuttgart – www.regioactive.de (12.Januar2014)

Deutschland schliesst sich leise. Warum wir alles tun müssen um das Clubsterben zu verhindern – www.amypink.com (20. Januar 2014)

Abtanzen und Abtauchen im Wandel. Clubszene im Wandel – www.echo-online.de (4.Januar2014)

Online-Initiative kämpft gegen das Club- und Kneipensterben – Aachener Zeitung (2.Januar2014)

Demo für den Erhalt kultureller Vielfalt – Stuttgarter Zeitung (2.Dezember 2013)

Das Clubsterben geht weiter – Die Welt (4.November2013)